Vielschichtige, farblich intensive Dispersions- und Lackgemälde von Markus Oehlen: Seine aktuellen "Arbeiten auf Papier" wirken leider dennoch vollkommen glatt.

Foto: Bettina Letz
Er ist Albert Oehlens Bruder, war mit Martin Kippenberger befreundet und hat in diversen Punkbands gespielt. Aktuell präsentiert sich der einst "Neue Wilde" allerdings relativ zahm.

"Ich kann mir vorstellen, dass Oehlen die Traumwelt seiner Bilder nicht den Surrealisten abgesehen, sondern selbst erlebt hat", schrieb Veit Loers, Direktor des Museums Abteiberg in Mönchengladbach, und baute damit kräftig am Mythos der Neuen Wilden.

Tatsächlich hat Markus Oehlen Mitte der 80er-Jahre eine spannende Bildsprache entworfen, die zwischen Figürlichkeit, Abstraktion, Sprache, Musik sowie Form und Formlosigkeit angesiedelt war und sich bis heute aus grafischen Elementen wie etwa Monotypien aus Schnur oder Siebdruckrastern zusammensetzt. Im Gegensatz zu früher, als seine von Magazinen und trivialen Werbebildern inspirierten Bilder noch was "Dreckiges" hatten, wirken seine aktuellen "Arbeiten auf Papier" leider vollkommen glatt. Hinter den vielschichtigen, farblich intensiven Dispersions- und Lackgemälden liegen zwar immer noch Radios, Tapes und Gitarren verborgen, insgesamt scheinen sie aber nicht mehr den schmutzigen Realitätsentwürfen von William S. Burroughs, sondern vielmehr dem sauberen Mainstream geschuldet zu sein. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.6.2007)