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Ein Plakathinweis auf die Dengue-Fieber- Gefahr in Singapur

Foto: AP/Wong Maye-E
Regensburg - Im Kampf gegen das von Mücken übertragene Dengue-Fieber könnte ein von Regensburger Forschern entwickelter Mückenfänger zu einem wirksamen Schutz werden. Die gefährliche Krankheit fühlt sich wie eine schwere Grippe an und kann tödlich enden: Hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall - manchmal kommen schwere innere Blutungen hinzu.

Bisher erkranken nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als 50 Millionen Menschen pro Jahr an Dengue-Fieber. In tropischen Ländern wie Indien, Brasilien und Paraguay, aber auch in Südostasien grassieren immer wieder Epidemien. Eine Impfung gibt es nicht, gegen Insektizide werden die Überträger-Mücken schnell resistent.

Funktionsweise

Das Erfolg versprechende Regensburger Gerät setzt darauf, die Insekten mit einer Imitation des menschlichen Geruchs anzulocken und mit einem Ventilator einzusaugen. "Wir ahmen mit der Falle den Menschen nach", erklärte der Biologe Martin Geier. Er hat gemeinsam mit Kollegen den Mückensauger in Form eines unscheinbaren Stoff-Zylinders entwickelt.

Wichtig sei, dass der Lockstoff-Cocktail durch Luftströmung im Raum verbreitet wird. Der Geruchsmix, der speziell die Überträger des Dengue-Fiebers (die Gelbfiebermücke und die Asiatische Tigermücke) anzieht, besteht unter anderem aus Milchsäure und verschiedenen Fettsäuren, wie sie auf der menschlichen Haut vorkommen.

Auszeichnung

Für ihre Entwicklung wurden die Regensburger Forscher bereits mit einem internationalen Preis der Weltbank und der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung geehrt. Das Preisgeld in Höhe von 142.000 Euro fließt in ein Pilotprojekt zum Praxiseinsatz der Mückenfalle in Brasilien. Dort wird das Gerät dieses Jahr in 600 Haushalten erprobt. Damit wollen die Forscher herausfinden, ob es von Laien richtig angewendet wird. Bluttests sollen zeigen, dass sich die Benutzer dieser Geräte nicht mit Dengue-Fieber infiziert haben.

"Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine Mücke in der Falle gefangen wird, bevor sie einen Menschen infizieren kann, ist sehr hoch", so Geier. Nachdem eine Mücke einen infizierten Menschen gestochen hat, vermehrt sich das Virus innerhalb von zehn Tagen in dem Insekt, womit dieses zum Viren-Überträger wird. In diesem Zeitraum soll die Regensburger Falle zuschnappen.

Für das kommende Jahr bereiten die Mücken-Experten bereits die Massenproduktion vor. Denn in Zukunft soll das Gerät auch für die breite Bevölkerung in den betroffenen Ländern Asiens und Lateinamerikas erschwinglich sein. "Wir rechnen damit, dass unsere Methode innerhalb von drei bis vier Jahren Fuß fassen wird", sagte Geier. (APA/dpa/red)