Wien - Zwischen der "Grundbuchzertifikat Ltd"-Gesellschaft (GBZ) und der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) herrscht offener Streit. Die GBZ wirft in einem Inserat in der Tageszeitung "Der Standard" (Donnerstagausgabe) der FMA "Versagen" vor und kritisiert scharf, dass die FMA durch eine Warnmeldung "in offenem Widerspruch zur Vorkorrespondenz" einen Schaden von 58 Mio. Euro verursacht habe. Die FMA weist alle Vorwürfe und Behauptungen der GBZ "auf das Entschiedenste" zurück.

Die FMA habe von ihren gesetzlichen Befugnissen zum Schutz des Finanzmarktes Gebrauch gemacht und gemäß Paragraf 4 Absatz 7 BWG veröffentlicht, dass das Unternehmen "Grundbuchzertifikat Ltd." nicht zur Vornahme von Bankgeschäften (Einlagengeschäft sowie Kreditgeschäft) berechtigt sei. Weiters habe die FMA eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts auf von Amts wegen zu verfolgenden Handlungen an die Staatsanwaltschaft Wien übermittelt.

FMA weist Vorwürfe zurück

"Bei ihren Handlungen hat die FMA zu jedem Zeitpunkt die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten. Die FMA wird gegen die Verantwortlichen rechtliche Schritte einleiten", heißt es in einer FMA-Aussendung von heute, Donnerstag.

Die FMA hatte bereits Anfang Februar vor der GBZ als "unseriösem Anbieter von Finanzdienstleistungen" öffentlich gewarnt. Die "Grundbuchzertifikat Ltd." biete in Österreich konzessionspflichtige Bankgeschäfte an, ohne über die erforderliche Berechtigung zu verfügen.

Die GBZ wirft der FMA heute in dem Inserat "Täuschung" vor und sieht "Elementare Grundrechte, die den Rechtsstaat Österreich groß gemacht haben, werden mit Füßen getreten". Die Öffentlichkeit werde "sachlich unrichtig informiert", so die GBZ. (APA)