Langenargen/Kempten - Biologen haben genetische Tests für knapp 70 Höckerflohkrebse aus dem Bodensee angeordnet. Die Genanalyse solle klären, wie eng die Tiere verwandt seien, sagte der Biologe Martin Huber vom Wasserwirtschaftsamt Kempten in Deutschland. Die Forscher erhoffen sich davon Aufschluss, auf welchem Weg der Krebs in den Bodensee gelangte.

Die dort nicht heimische Art war erst 2002 bei Immenstaad (Bodenseekreis) entdeckt worden. Seither haben sich die bis zwei Zentimeter großen Tiere überall im See verbreitet. Dieses Frühjahr eroberte der Höckerflohkrebs den Hochrhein bis Stein am Rhein. Forscher beschreiben den Krebs als gefräßig und "ziemlich fortpflanzungsfreudig", weshalb er heimische Arten verdränge.

Vermutung

Erste Erkenntnisse deuten Huber zufolge darauf, das die Krebse eng verwandt sind und womöglich aus nur einer Quelle stammen. Ein häufiger Weg, wie fremde Arten in den Bodensee gelangen, sind Wasserreste in Booten aus fremden Gewässern.

Wie in der Gerichtsmedizin nutzen Huber und seine Kollegen neue Methoden auch, um vergangene Funde noch einmal zu prüfen. Erst seit 2006 ist es überhaupt möglich, vom Höckerflohkrebs einen genetischen Fingerabdruck zu nehmen und zu vergleichen. Huber hat nun bereits früher gefundene und von der Universität Konstanz konservierte Tiere zur Analyse angefordert.

Die Studie ist Teil eines Projektes zur Erforschung von in den Bodensee eingeschleppten Tierarten. Federführend ist das Institut für Seenforschung in Langenargen am Bodensee. (APA/dpa)