In der abgelaufenen Handelswoche gab es an den europäischen Märkten eine deutliche Gegenreaktion auf die in der Woche zuvor erlittenen Kursverluste. Auch etwas schwächere Konjunkturzahlen wie ein Rückgang bei den PKW-Neuzulassungen und beim Konsumentenpreisindex in der Eurozone konnten die Börsen nicht bremsen. Von Unternehmensseite her gab es - obwohl die Berichtsaison zum ersten Quartal abgeschlossen ist - trotzdem einige interessante Nachrichten. Im breiten DJ EuroStoxx war die deutsche Wacker Chemie mit einem Kursgewinn von ca. 14% der beste Wert auf Wochensicht. Eine Aufstufung durch das Investmenthaus Merrill Lynch und die Ankündigung, mit einer EUR 400 Mio. schweren Investition die Kapazitäten im Bereich Siliziumproduktion auszuweiten, waren hier der Grund für den Kursanstieg der Aktie. Im DAX30 verteuerten sich die Siemensaktien um 10% nach einer Aufstufung durch mehrere Bankhäuser. Nachdem die schlechten Nachrichten über Schmiergeld und schwarze Konten gut verkraftet wurden, sehen die Analysten weiteres Potential im operativen Geschäft durch den Konjunkturaufschwung. Sparten wie Medizintechnik, VDO Automotive, Kraftwerksbau und Turbinentechnik werden weiter stark zulegen. Schlecht lief es dagegen für Sanofi-Aventis. Der französische Pharmakonzern bekam für seinen europäischen Blockbuster Acomplia nicht die Zulassung in den USA. Die Valoren von Sanofi-Aventis waren mit einem Abschlag von minus 7,6% die schwächsten im DJ EuroStoxx50.

Die schwedische Telefongesellschaft Telia Sonera trennte sich von Konzernchef Anders Igel. Der Vorstandsvorsitzende war unter Druck geraten, da die möglichen Übernahmen in den Wachstumsmärkten Türkei und Russland nicht positiv abgeschlossen werden konnten. Die Anleger honorierten die Entscheidung, indem die Aktie 4% höher schloss. Nachdem die österreichische Industrieholding A-TEC bei der Norddeutschen Affinerie einen 10%igen Anteil der Stammaktien erwerben konnte, schnellten die Aktien des Kupferriesen um bis zu 15% im Wochenvergleich in die Höhe.

Überaschenderweise weniger Strom (-8%) hat die Centralschweizerische Kraftwerke AG im ersten Halbjahr abgesetzt. Hauptsächlich war der milde Winter für das schwächere Ergebnis verantwortlich. Da aufgrund von Sondereffekten der Reingewinn trotzdem um 47% anstieg, hatte dies keine negativen Auswirkung auf die Valoren.

Für die nächste Handelswoche erwarten wir einen stabilen Fortgang der europäischen Märkte. Da sowohl von Unternehmensseite als auch von Konjunkturdatenseite nicht allzu viele Nachrichten auf der Agenda stehen, erwarten wir eine geringere Volatilität und mäßige Umsätze.