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Salam Fayyad

Foto APA/epa/Fabrice Coffrini
Gaza - Salam Fayyad (Fayed), den der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas am Freitag nach der Entlassung der Regierung der nationalen Einheit zum Chef eines Notstandskabinetts ernannt hat, verbrachte rund zwanzig Jahre in den USA. 1952 bei Tulkarem im Westjordanland geboren, studierte er Wirtschaftswissenschaften an der Amerikanischen Universität Beirut, bevor er ein Doktorat in Austin in Texas erwarb. Der international anerkannte Finanzexperte gilt als "Liebling" der westlichen Regierungen, die radikalislamische Hamas forderte ihn auf, seine "illegale" Ernennung nicht anzunehmen.

Nach seiner Tätigkeit als Dozent an der jordanischen Yarmuk- Universität arbeitete er ab 1987 bei der Weltbank in Washington. Von 1995 bis 2001 war er für den Internationalen Währungsfonds in Jerusalem tätig. 2002 wurde Fayyad von der damals regierenden Fatah als parteiloser Fachmann an die Spitze des Finanzministeriums berufen. Er stellte sich den Vorwürfen über Unregelmäßigkeiten beim Umgang mit Geldern der internationalen Geberländer und nahm eine Reform in Angriff, um "volle Transparenz und Nachprüfbarkeit" zu gewährleisten und den vollständigen Zusammenbruch der palästinensischen Wirtschaft zu verhindern. Im Jänner 2005 nahm Fayyad am Weltwirtschaftsforum in Davos teil und traf dort mit dem israelischen Vizepremier Shimon Peres zusammen, der vor zwei Tagen zum Staatspräsidenten gewählt worden ist.

Vor den allgemeinen Wahlen vom Jänner 2006 verließ Fayyad die Regierung, um zusammen mit Ex-Bildungsministerin Hanan Ashrawi die Partei "Dritter Weg" zu gründen. Er errang ebenso wie seine Mitstreiterin einen Abgeordnetensitz im palästinensischen Legislativrat. Im vergangenen März wurde er nach einem Intermezzo bei der "Arab Bank" Finanzminister der nach schweren Geburtswehen entstandenen Regierung der nationalen Einheit unter dem Hamas-Premier Ismail Haniyeh.

An die Geberländer hatte Fayyad, Vater von drei Kindern, immer wieder vergeblich appelliert, ihren Einfluss bei der israelischen Regierung stärker geltend zu machen, weil die israelischen Repressionsmaßnahmen und Zwangsenteignungen eine Atmosphäre geschaffen hätten, die Extremismus und Gewalt erzeugen müsse. (APA)