Warschau/Auschwitz - Elie Wiesel, Friedensnobelpreisträger aus den USA und Holocaust-Überlebender, wird im Juli in Auschwitz an einer internationalen Konferenz teilnehmen. Anlass ist des 60. Jahrestag des Bestehens des Museums Auschwitz-Birkenau. Bereits am 26. Juni soll in Warschau der Grundstein des Museums der Geschichte der polnischen Juden gelegt werden. Warschau war vor dem Zweiten Weltkrieg mit 330.000 jüdischen Einwohnern die größte jüdische Diaspora Europas.

Das Museum

Erziehung, Geschichte und Dialog sollen das Motto des Museums der Geschichte sein. Zur Grundsteinlegung wird auch der israelische Staatspräsident Shimon Peres erwartet. "Das Museum soll ein Zentrum für den Dialog im 21. Jahrhundert werden", sagte Museumsdirektor Jerzy Halbersztadt.

Das Museum, das nach den Plänen des finnischen Architekten Rainer Mahlamaki gebaut wird und voraussichtlich 2009 oder 2010 in ersten Teilen fertig ist, entsteht mitten im einstigen Zentrum des jüdischen Warschaus. Symbolisch ist auch die Lage gegenüber des Denkmals zur Erinnerung an den Aufstand im Warschauer Ghetto. Dennoch soll das Museum nach dem Willen der Historiker und Wissenschaftler kein Holocaust-Museum werden, sondern vielmehr "ein Ort des Lebens".

Die Konferenz

Auch die Konferenz in Auschwitz wird sich mit den künftigen Aufgaben der Gedenkstätte befassen, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP am Freitag. Wiesel (78), dessen Eltern und seine jüngste Schwester von den Nazis ermordet wurden, werde am 2. Juli über das Thema Erinnerung sprechen. Wiesel selbst hat Auschwitz und das KZ Buchenwald überlebt. Auf der Konferenz zum Thema "Erinnerung - Wissen - Verantwortung" wird auch der frühere polnische Außenminister und ehemalige Auschwitz-Häftling Wladyslaw Bartoszewski (85) sprechen.

Das polnische Parlament beschloss am 2. Juli 1947 den Bau eines Museums auf dem Gelände des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Auschwitz war das größte der nationalsozialistischen Todeslager und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit zum Symbol des Holocaust. Allein in Auschwitz- Birkenau wurden während des Zweiten Weltkrieges zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Menschen von den deutschen Besatzern ermordet. Die meisten Opfer waren Juden aus Polen und den von Deutschland besetzten Ländern Europas. (APA/dpa)