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Sarkozy spricht sich einem Zeitungsbericht zufolge dafür aus, Tony Blair zum EU-Präsidenten zu machen - ein Vorschlag, den auch andere EU-Staaten unterstützen könnten.

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London - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wirbt einem Zeitungsbericht zufolge für die Ernennung des scheidenden britischen Premierministers Tony Blair zum ersten Präsidenten der Europäischen Union. Der Staatschef habe diese Idee im Vorfeld des Europäischen Rats in der kommenden Woche mit mehreren EU-Vertretern diskutiert, berichtete die "Financial Times" am Samstag unter Berufung auf deutsche Diplomaten. Sarkozy habe das Thema unter anderem mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel besprochen, hieß es. Zudem sei die Ernennung Blairs auch von anderen ranghohen EU-Vertretern ins Spiel gebracht worden.

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft strebt an, auf dem anstehenden EU-Gipfel einen Reformvertrag anzuschieben, der an die Stelle der geplanten, in Referenden in Frankreich und den Niederlanden abgelehnten EU-Verfassung treten soll. Der Verfassungsvertrag sah unter anderem die Ernennung eines ständigen Präsidenten der EU vor, der an die Stelle der rotierenden Präsidentschaft treten soll. Die Sitzung des Europäischen Rats wird die letzte mit Blair sein, der seinen Rücktritt als Regierungschef für Ende Juni angekündigt hat. Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzminister Gordon Brown.

Blair möchte nicht "in der ersten Reihe" agieren

Blairs Büro teilte indessen dazu mit, der Premier habe schon deutlich gemacht, dass er kein Interesse an einem politischen Amt "in der ersten Reihe" habe. Die EU erwägt im Rahmen ihrer institutionellen Reform, das Amt eines ständigen Präsidenten einzurichten, statt den Ratsvorsitz wie bisher rotieren zu lassen. Der Amtsträger würde die EU vor allem auf internationaler Ebene vertreten. (APA)