Linz - Die voestalpine wird künftig Altkunststoffe im Werk Linz bei der Roheisenproduktion einsetzen. Damit könnten nicht nur Koks und Heizöl eingespart, sondern auch die Emissionen verringert und die Autoindustrie dabei unterstützt werden, die von der EU vorgeschriebenen Recyclingquoten für Altautos zu erfüllen, teilte die voestalpine AG in einer Presseaussendung mit.

Das Unternehmen hat demnach kürzlich die Genehmigung erhalten, bis zu 220.000 Tonnen speziell aufbereitete Kunststoffe als Reduktionsmittel im neuen Hochofen anstelle von Heizöl schwer und Koks einzusetzen. Das entspreche mehr als einem Drittel der in Österreich jährlich anfallenden Gesamtmenge an Altkunststoff. Das Material stammt aus der Aufbereitung von Gewerbe-, Produktions-, Verpackungs- und Hausabfällen sowie den Kunststoffsammelbehältern.

Deutliche Emissions-Verringerung

Damit sei eine deutliche Verringerung von Emissionen verbunden. Der aus fossilen Reduktionsmitteln Kohlendioxid-Ausstoß könne um mehr als 400.000 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Das entspreche den Emissionen von 160.000 Pkw bei zirka 15.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr und Pkw. Auch die Schwefeldioxid-Emissionen würden erheblich verringert. Zudem habe sich die voestalpine zu einem weltweit einzigartig niedrigen Staubgrenzwert im Reingichtgas von einem Milligramm pro Kubikmeter verpflichtet.

Dazu komme noch, dass der im Automobil eingesetzte Stahl als einer der wenigen Materialien bereits jetzt zu 100 Prozent wiederverwertbar sei. Der voestalpine-Konzern sei nunmehr weltweit das erste Stahlunternehmen, das die stoffliche Verwertung nicht nur von Stahl, sondern auch von Kunststoffen - und damit insgesamt von rund 85 Prozent der in einem Auto verwendeten Werkstoffe - im Produktionsprozess der Stahlherstellung sicherstellen könne. Somit könnten Automobilhersteller auf Grund dieser neuen Technologie bereits jetzt die für 2015 in diesem Bereich geforderte Verwertungsquote erreichen. (APA)