New York - Nach den Raketenangriffen auf Kiryat Shmona im Norden von Israel hat Ministerpräsident Ehud Olmert verstärkte UN-Kontrollen im südlibanesischen Grenzgebiet gefordert. Bei einem eineinhalbstündigen Gespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Sonntag in New York sprach Olmert von einem "unglückseligen Tag", der an den Kriegsbeginn vor knapp einem Jahr erinnere.

Die in Libanon stationierte UN-Friedenstruppe UNIFIL und das libanesische Militär sollten weitere Angriffe aus dem Grenzgebiet auf Israel verhindern, verlangte Olmert nach Angaben aus diplomatischen Kreisen.

Das Treffen fand in der Residenz des israelischen UN-Botschafters Dan Gillerman statt. Einzelheiten des Gesprächs wurden erst Stunden später aus Diplomatenkreisen bekannt. Am Montag wollte Olmert zu Krisengesprächen im Weißen Haus nach Washington weiterreisen. Der Ministerpräsident habe gegenüber Ban große Sorge über die Katjuscha-Raketen aus dem Libanon geäußert, hieß es.

Obwohl die Angreifer noch nicht genau identifiziert worden seien, meine Olmert, dass eine kleine, militante Palästinensergruppe verantwortlich sein dürfte, sagten israelische Diplomaten. Möglicherweise habe die Attacke von der dramatischen Entwicklung im Gaza-Streifen ablenken sollen.

Die "Jerusalem Post" berichtete am Montag online, Olmert habe Ban keine Zusage dafür gegeben, dass Israel sich angesichts der jüngsten Herausforderung mit einem Gegenschlag zurückhalten werde.

UN-Truppe im Gazastreifen?

Angesichts der Raketen aus dem Südlibanon sei die von Olmert angeregte Friedenstruppe für den Gazastreifen bei dem Gespräch mit Ban in den Hintergrund getreten, sagte ein Diplomat der Deutschen Presse-Agentur dpa. Olmert deutete aber an, Erleichterungen bei den Reisebeschränkungen im Westjordanland und die Freigabe eingefrorener Steuergelder zu erwägen. Israel werde die Gelder allerdings nur "an eine ernsthafte und verantwortungsbewusste Regierung" übergeben, sagte Olmert. Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas vereidigte am Sonntag eine Notstandsregierung, die das bisherige gemeinsam von seiner Fatah und der radikalislamischen Hamas gebildete Kabinett ablöst. (APA/dpa)