Houston - Das US-Unternehmen Ad Astra Rocket hat bekannt gegeben, dass der Raketenantrieb auf Basis von Plasma erfolgreich getestet wurde. Der bisher nur als Prototyp verfügbare Antriebsmechanismus für Weltraumfahrzeuge mit dem Namen "Variable Specific Impulse Magnetoplasma Rocket" (VASIMR) bestand den Test mit einer Rekordzeit von vier Stunden Dauerleistung, berichtet der "NewScientist". Die Forscher hoffen, dass Raketen mit Plasmaantrieb günstiger zu betreiben sind als mit konventionellem Antrieb. Zudem soll die Reisezeit - beispielsweise zum Mars - für Astronauten deutlich verkürzt werden.

Hintergrund

Das Unternehmen wird vom ehemaligen NASA-Astronauten und Plasmaphysiker Franklin Chang-Diaz geleitet. Chang-Diaz arbeitet bereits seit den 70er-Jahren an dem Antrieb. Er hofft, mithilfe der Plasmaraketen kommerzielle Weltraumfahrzeuge in höhere Umlaufbahnen bringen zu können. Zudem soll die neue Antriebsform bei Reisen zum Nachbarplaneten Mars zum Einsatz kommen und dabei die Reisezeit deutlich verkürzen. Statt der bisher sieben bis acht Monate dauernden Reise, wären Astronauten nur noch rund drei Monate unterwegs und damit auch kürzer der schädlichen, kosmischen Strahlung ausgesetzt.

Plasma ist elektrisch geladenes Gas, das aus Atomen besteht, die einige ihrer Elektronen verloren haben. Das extrem heiße Gas kann aufgrund seiner Leitfähigkeit durch bestimmte Magnetfelder gebündelt und beschleunigt werden. Das beschleunigte Plasma wird in der letzten Antriebsstufe nach hinten ausgestoßen und erzeugt somit Schub. Konventionelle Raketen erzeugen in der Startphase für kurze Zeit sehr viel Antriebskraft, der Rest der Reise wird mit der erreichten Geschwindigkeit weitgehend antriebslos absolviert. - Der Plasmaantrieb hingegen beschleunigt kontinuierlich. D Als Rohstoff, aus dem das Plasma gewonnen wird, dient Wasserstoff, der unterwegs gesammelt werden kann.

Langer Weg bis zur Vollendung

In vorangegangenen Test, der im Dezember durchgeführt wurde, lief der Antrieb gerade einmal zwei Minuten, dann musste der Versuch aufgrund von Überhitzung abgebrochen werden. Die Techniker waren somit in den vergangenen sechs Monaten hauptsächlich mit dem Design eines effizienten Kühlsystems beschäftigt.

Der nächste entscheidende Schritt für den Plasmaantrieb soll nun bis 2010 gelingen: "Bis dahin wollen wir ein kleines Raumfahrzeug in den Orbit bringen", sagt Ronald Chang-Diaz, Executive Director von Ad Astra Rocket und Bruder des Astronauten. (pte/red)