Graz - Für kommenden Montag hat der Aufsichtsratspräsident der Energie Steiermark AG, Peter Schachner-Blazizek, eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung anberaumt. Einziger Tagesordnungspunkt: "Vorstandsangelegenheit und Maßnahmen". Was im landespolitischen Sprachgebrauch durchaus auch als angekündigten Rausschmiss des Vorstandssprechers Karl-Franz Maier gewertet werden könnte.

Die Gründe für eine mögliche vorzeitige Lösung seines bis 2009 laufenden Vertrags - Engagement eines Konzernchauffeurs für private Zwecke (Standard-Interview oben) - könnte auch im politischen Umfeld liegen. Dass Maier seinen alten Fahrer auch für einige private Fahrten engagierte, hatte der Chauffeur bereits im März SPÖ-Aufsichtsratschef Schachner-Blazizek im Beisein eines Anwaltes zu Protokoll gegeben. Vorstandssprecher Maier wurde aber erst jetzt via lokalen Medien über die Vorwürfe informiert.

Zudem wurde nun bekannt, dass Maier dem Konzernchauffeur Ende letzten Jahres die Lösung des Dienstverhältnisses nahe gelegt hatte, was mögliche "Rachemotive" plausibel erscheinen lässt. Die Trennung war für den Fahrer nämlich schmerzlich, denn einige Chauffeure führen ein pekuniär recht üppiges Dasein. Maiers Chauffeur, der auch für andere Manager und Aufsichtsräte fährt, soll samt Überstunden monatlich mehr als 7000 Euro verdient haben, die im Konzern übliche Fahrergage liegt zwischen 3000 und 4500 Euro.

Dem SPÖ-Aufsichtsratspräsidenten kam die Angelegenheit zumindest nicht ungelegen. Die SPÖ beklagt sich seit Langem, dass sie sich nach dem Wahlsieg 2005 auf höchster Managementebene in der Energie Steiermark nicht entsprechend "abgebildet" sieht. Denn sowohl Karl-Franz Maier als auch sein Vorstandskollege Franz Kailbauer gelten als ÖVP-nahe. Sie waren nach dem so genannten "Estag-Skandal" 2004 noch unter ÖVP-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic ins Unternehmen geholt worden, um das Landesunternehmen (Umsatz: 1,26 Mio.Euro - plus elf Prozent) zu konsolidieren. (mue, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.06.2007)