Tokio - Die Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm könnten nach Angaben von US-Unterhändler Christopher Hill Anfang Juli fortgesetzt werden. Später könnten möglicherweise Ministertreffen stattfinden, sagte Hill am Mittwoch in Tokio. Eine japanische Zeitung berichtete, die USA seien bereit, die Regierung in Pjöngjang nach der Abschaltung des Atomreaktors Yongbyon finanziell zu unterstützen.

Geld aus Washington

Washington habe humanitäre Hilfe in Höhe von zwei Millionen Dollar (1,5 Millionen Euro) in Aussicht gestellt, sobald Pjöngjang den Reaktor heruntergefahren und Inspektionen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA bzw. IAEO) zugestimmt habe, schrieb die japanische Zeitung "Mainichi Shimbun" unter Berufung auf Kreise in Washington. Die US-Regierung habe außerdem Interesse gezeigt, Krankenhäuser in Nordkorea mit Generatoren auszustatten. Das US-Außenministerium wies den Bericht vom Dienstagabend zurück.

Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax will die nordkoreanische Regierung Yongbyon in der zweiten Juli-Hälfte abschalten. Sie erklärte sich am 13. Februar bereit, den Reaktor Yongbyon binnen 60 Tagen herunterzufahren. Diese Frist ließ sie jedoch verstreichen mit der Begründung, ihre von den USA in Macau eingefrorenen Guthaben seien noch nicht freigegeben. Nach US-Angaben ist dies inzwischen geschehen. (APA/AP)