Die Gegner des tschechischen Atomkraftwerkes Temelin haben nach einem Treffen mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer Montagnachmittag in Linz zugesagt, dass sie eine für Ende Juni geplante Totalgrenzblockade zu Tschechien verschieben werden. Das erklärten sie im Anschluss daran. Dem Bundeskanzler soll dadurch Verhandlungsspielraum für Gespräche mit dem tsechischen Ministerpräsident Mirek Topolanek eröffnet werden.

Gusenbauer sagte den Atomgegner zu, er werde mit Topolanek, den er beim EU-Rat am 21./22. Juni trifft, reden. Er möchte die tschechische Seite dazu gewinnen, sich im Konflikt um das Atomkraftwerk Temelin einem Schiedsverfahren zu unterwerfen. Er wolle sie überzeugen, dass das der richtige Weg sei, um diese Art von Streit beizulegen. Außerdem erwarte er in den Tagen eine Antwort auf das österreichische Protestschreiben. Darin werden - unterstützt durch eine Expertenstellungnahme - die aus österreichischer Sicht offenen Punkte des Melker Prozesses aufgelistet und Verhandlungen gefordert.

Vorerst zufrieden

Die in der Plattform "atomstopp_oberoesterreich" organisierten Temelingegner zeigten sich daraufhin vorerst zufrieden gestellt und sagten wegen der "positiven Entwicklung" zu, die für Ende Juni geplanten Totalblockade zu verschieben. Sie könnten allerdings für den Fall, dass sich alles "im Kreis dreht", wieder aufgenommen werden, warnten sie. Die Vorzeichen für Gespräche seien schlecht, weil die tschechische Republik der Meinung sei, alles erfüllt zu haben. Dann sollte sie aber auch kein Problem damit haben, die Angelegenheit vor eine internationale Schiedsstelle zu bringen. Die Atomgegner stellten fest, sie hätten nie gesagt, dass die in Tschechien aber auch in Österreich kritisierten Grenzblockaden das Problem lösen könnten. Aber die Politik würde darauf hingewiesen und das sei erfolgreich gewesen. (APA)