Washington - Vor dem Hintergrund der Krise im Gaza-Streifen trifft US-Präsident George W. Bush heute (Dienstag) in Washington mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche dürfte die Unterstützung der Notstandsregierung des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas und das weitere Vorgehen im Gaza-Streifen stehen. Nach Israel und der EU hatten sich am Montagabend auch die USA zur Wiederaufnahme direkter Finanzhilfen an die palästinensische Autonomiebehörde bereit erklärt.

US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte in Washington, die US-Regierung beabsichtige die Aufhebung der Finanzsanktionen zu Gunsten der Notstandsregierung. Es sollen "normale wirtschaftliche und finanzielle Beziehungen" bestehen. Die USA und EU hatten die direkten Finanzhilfen nach der Regierungsübernahme der radikal-islamischen Hamas Anfang 2006 ausgesetzt.

Bush hatte am Montag mit Abbas telefoniert und ihm und der Notstandsregierung seine Unterstützung zugesagt. Bei seinem Treffen mit Olmert sollen auch Möglichkeiten einer Wiederaufnahme der seit sieben Jahren unterbrochenen Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern erörtert werden. Nach den Worten Olmerts ist eine palästinensische Regierung ohne die radikalislamische Hamas eine Chance für den Frieden, wie es sie für Israel schon lange nicht mehr gegeben habe.

Die Europäische Union hatte am Montag bei einem Treffen der Außenminister in Luxemburg die finanzielle Unterstützung der Notstandsregierung angekündigt. Die EU sei zu einer Wiederaufnahme der direkten Finanzhilfen bereit, sagte EU-Chefdiplomat Javier Solana. Zugleich begrüßten die Außenminister die Ankündigung ihrer israelischen Kollegin Tzipi Livni, die von Israel bisher zurückgehaltenen palästinensischen Steuergelder möglichst rasch an die palästinensische Regierung weiterzuleiten. Ein formeller Beschluss über die Wiederaufnahme der direkten Finanzhilfen wurde noch nicht gefasst.(APA/dpa)