Paris - Im Auftragsrennen der Flugzeugbaugiganten Airbus und Boeing hat der US-Konzern am Dienstag kräftig Punkte gesammelt. Airbus stand zudem wegen des Konzernumbaus für die Entwicklung des Langstreckenjets A350 unter Druck.

Auftrag für 52 787-Maschinen

Mit einem auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget präsentierten Großauftrag der Leasinggesellschaft ILFC für 52 neue Langstreckenflieger des Typs 787 baute Boeing seinen Vorsprung in diesem lukrativen Markt aus. Insgesamt bestellte ILFC bei Boeing 63 Maschinen im Buchwert von 8,8 Mrd. Dollar. Darunter waren auch zehn 737 und eine 777-300. Die amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines erklärte, sie erwäge noch in diesem Jahr den Kauf von bis zu 125 Boeing 787 zum Listenpreis von 20 Mrd. Dollar.

Airbus brachte am Dienstag einen Großauftrag für seinen neuen Großraumfrachter A330-200 unter Dach und Fach. Die US-Leasingfirma Intrepid bestellte 20 Maschinen im Wert von 3,5 Mrd. Dollar. Außerdem kaufte der malaysische Billigflieger Fly Asian Express 15 Maschinen des in die Jahre kommenden Langstreckenfliegers A330 für theoretisch 2,8 Mrd. Dollar. Die A330 hat noch Marktchancen, weil Boeings 787 bereits vor der Erstauslieferung 2008 bis 2015 ausverkauft ist.

Gegen Boeings neuen Verkaufsschlager will Airbus mit dem neuen A350 antreten, der ab 2013 die A330 ersetzen soll. Bei der zehn Mrd. Euro teuren Entwicklung und bei der Fertigung setzt das Unternehmen auf weltweite Kooperation. "Unsere Industrie ist global und Airbus muss ebenso global sein", sagte Airbus-Chef Louis Gallois auf der Messe. Allerdings ist noch nicht entschieden, wer welche Teile des Flugzeugs entwickeln und bauen wird.

Russland buhlt um Fertigung

Fünf Prozent wurden dem russischen Flugzeugbauer Irkut mit Partnern angeboten. Irkut-Chef Oleg Demschenko drängte am Dienstag Airbus zu einer Entscheidung vor dem Jahresende. "Die Zeit läuft uns davon. Wir müssen das Projekt schnell angehen", sagte er. "Wir sind bereit, mehr als fünf Prozent (am A350-Projekt) zu übernehmen." Irkut wolle auch gerne "eine effiziente Kette von Airbus-Lieferanten in Russland" aufbauen.

An der Aufteilung des A350-Projekts hängt auch die Reorganisation der Airbus-Fertigung im Rahmen des Sanierungsprogramms "Power8", mit dem bis 2010 jährlich Einsparungen von 2,1 Mrd. Euro erreicht werden sollen. Bereits im laufenden Jahr will Airbus die Kosten um 300 Mio. Euro drücken. Airbus ist dabei laut Gallois im Plan. (APA/dpa)