Salzburg - Lange Jahre war das "Kleine Theater" in Salzburg mit einem Fuß im Aus, aber jetzt scheint sich das Haus konsolidiert zu haben. Das gab zumindest der fünf-köpfige Vorstand bekannt, der die Geschicke des Kleinen Theaters seit knapp einem halben Jahr leitet und am Dienstag in einer Pressekonferenz erste Bilanz gezogen und einen Ausblick auf den Sommer gegeben hat.

Das neue Führungs-Team hat die Auslastung von 59 Prozent Prozent im Vorjahr auf heuer 78 Prozent steigern können. Parallel dazu ist die Zahl von Aufführungen von 88 auf 118 gestiegen, und statt 7.500 sind 12.800 Besucher ins Kleine Theater gekommen. "Ja, es läuft jetzt endlich im Kleinen Theater", so Obmann Peter Blaikner, "auch wenn wir selbst nicht produzieren, so leisten wir durch das Bereitstellen der gesamten Infrastruktur einen zentralen Beitrag zu den Produktionen der vielen freien Theatergruppen in Salzburg, für die es sonst keine Aufführungsmöglichkeiten geben würde."

Stadt und Land Salzburg haben sich laut Blaikner zu verlässlichen Partnern entwicklet und unterstützen diese Produktionsstätte für freie Gruppen mit je 50.000 Euro. Nur der Bund zieht nicht mit, zahlt heuer ganze 10.000 Euro und hat für 2008 auf null reduziert.

Das Kleine Theater feilt zur Zeit an seinem Netzwerk vor allem mit Kinder- und Jugendtheatern in Wien, Bludenz, Linz und Graz. "Es ist gerade für freie Gruppen von zentraler Bedeutung, ob eine Produktion nur in der eigenen Stadt gezeigt oder österreichweit auf Tournee geschickt werden kann", wie Vorstandsmitglied Caroline Richards erklärte.

Eine der freien Salzburger Theater-Gruppen, die mit dem Kleinen Theater existenziell verbunden sind, ist die Theaterachse. Sie wird das Haus im Sommer bespielen und die fünfte Auflage ihres "Salzburger Sommertheaters" heuer erstmals im Kleinen Theater präsentieren. Auf dem Programm: Goethes "Faust - der Tragödie erster Teil", es inszeniert Theaterachse-Chef und Kleines-Theater-Vorstandsmitglied Markus Steinwender. In den Hauptrollen werden Georg Reiter vom Schauspielhaus Salzburg und Melanie Kogler vom Salzburger Landestheater zu sehen sein.

Zum Klassiker gibt es vergnüglich Leichteres, und zwar "Loriots dramatische Werke". Diese komödiantischen Mini-Dramen werden von Edi Jäger und Anita Köchl - zwei altbekannte und publikums-bewährte Stammkünstler des Kleinen Theaters - auf die Bühne gebracht. Dazu kommt Kinder- und Jugendtheater - mit "Tischlein deck dich" und "Das lilabunte Zeitschwein" soll das laut Steinwender besonders beim Theater für diese Altersgruppe immer noch klaffende Sommerloch gestopft werden. (APA)