Noch vor Beginn der Hauptreisezeit will die Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile , ihren Standard-Roaming-Tarif für Kunden in Deutschland senken. Mehr als zehn Millionen deutsche T-Mobile-Kunden könnten ab dem 1. Juli im Ausland zu günstigeren Tarifen telefonieren, teilte T-Mobile am Mittwoch in Bonn mit. Die neuen T-Mobile-Preise treten demnach zwei Monate vor der Frist in Kraft, die die EU-Kommission den Mobilfunkanbietern gesetzt hat.

28 Cent pro Minute

Für eingehende Anrufe im Standard-Tarif "T-Mobile Weltweit" werden künftig 28 Cent pro Minute verlangt, bisher wurden 59 Cent in Rechnung gestellt. Ausgehende Gespräche kosten ab dem 1. Juli 58 Cent pro Minute, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Diese Preise gelten laut Telekom für die meisten EU-Länder und Kroatien und fallen in allen Mobilfunknetzen an.

"Es ist kaum vorstellbar, das es früher geht"

In Österreich sei eine so frühe Umstellung aus technischen Gründen kaum möglich, sagte T-Mobile-Sprecherin Andrea Karner auf APA-Anfrage. "Es ist kaum vorstellbar, das es früher geht. Eine Umstellung noch im Juli/August ist wahrscheinlich technisch nicht möglich", sagte Karner: "Im Normalfall benötigt man drei Monate, um solche Tarife einzuführen."

Die neue Roaming-Richtlinie der EU-Kommission tritt am 30. Juni in Kraft. Die Mobilfunkanbieter sind verpflichtet, ihre Kunden Ende Juli anzuschreiben und ihnen den neuen Euro-Tarif anzubieten. Wer ihn dann sofort anfordert, muss innerhalb eines Monats auf den neuen Tarif umgestellt werden - allerspätestens also Anfang September.

Grenze

Der vor zwei Wochen vom EU-Ministerrat beschlossene Euro-Tarif sieht für Handy-Telefonate im EU-Ausland eine Preisgrenze von 49 Cent netto pro Gesprächsminute vor, zuzüglich Mehrwertsteuer zahlen deutsche Verbraucher danach also höchstens 58,31 Cent. Für die Annahme eines Anrufs liegt die Preisgrenze bei 24 Cent netto, das entspricht in Deutschland 28,56 Cent brutto. Die EU-weit verbindlichen Nettopreise sollen in den beiden kommenden Jahren jeweils um 3 Cent sinken.(APA/AP)