Wien – Zum Wochenende soll es warm – aber nicht mehr so drückend heiß werden, prognostizieren die Experten der Zentralanstalt für Meteorologie. Die Höchsttemperaturen sollen bei 24 bis 26 Grad liegen – was den Veranstaltern des Donauinselfestes nur Recht ist. Denn strömender Regen wie auch Affenhitze mindern erfahrungsgemäß den Besucherstrom.

Zu den sommerlichen Temperaturen passt jedenfalls auch der südliche Schwerpunkt, den der SP-Landesparteisekretär und "Inselfest-Vater" Harry Kopietz heuer setzt: Das dreitägige Spektakel (mit Zugabe am Montag) wurde heuer italophil programmiert: Rockröhre Gianna Nannini wird ebenso erwartet, wie der Rockbarde Zucchero, Cantautore Lucio Dalla und der Kult-DJ Gigi D'Agostino. Aber das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aus den insgesamt rund 600 Stunden Programm mit mehr als 2000 Künstlern.

Unter ihnen auch die österreichische Garde, etwa mit Willi Resetarits, der mit seiner "Xtra Combo" den "Stubn Blues" "open air" gibt, Reinhard Fendrich, der "statt und für Danzer" auftritt sowie Hubert von Goisern mit dem Kick-off-Konzert seiner "Linz–Europa Tour". Aber auch die nächste Generation bekommt Bühne frei: Wie etwa Luttenberger*Klug, Mario Lang und Mondscheiner.

Breites Programm

Ergänzend dazu die Wienerlied- und Weltmusik: Mit Karl Hodina, den Malat-Schrammeln und Jazz Gitti sowie die "Gegenstimmen", Nifty's, "4She & Bratfisch" und Iva Nova. Die Bandbreite ist wieder so breit wie nur irgend möglich gedehnt: Auf der einen Seite lassen es DJs wie LectroStar, MC Spot & MC Mars, Paul van Dyk, Moguai, DJ Observer, DJ Ronaldo und Pacha Ibiza Resident Sarah Main so richtig wummen – und am Montagabend dann bereits zum zweiten Mal der Ausklang mit den Wiener Symphonikern unter Vladimir Fedosejev und der Mezzosopranistin Michaela Selinger.

Kein Komatrinken

Absolut neu ist heuer am Donauinselfest, dass es angesichts der aktuellen Diskussion besonders an einem Stichwort gemessen wird: "Komatrinken". Denn wenn das Spektakel auch Jahr für Jahr weit gehend friedlich über die vielen Bühnen geht – könnte niemand guten Gewissens behaupten, dass es eine abstinente Veranstaltung wäre. Was natürlich für die Wiener SPÖ als Veranstalter ein bisserl heikel ist.

Günstige "Limo"

Harry Kopietz hatte daher bereits im Vorfeld die Parole "Null Toleranz gegen Komasaufen" ausgerufen und veranlasste, dass bei jedem Stand ein halber Liter antialkoholischer Getränke zum Preis von 1,50 Euro angeboten wird. Gleichzeitig soll es Taschenkontrollen bei Jugendlichen geben, bei denen nach harten Alkoholika gesucht wird.

Ideenwettbewerb

Gleichzeitig gründete die SP-Jungpolitikerin Laura Rudas die Wiener Plattform "Fit statt fett" – womit sie gleichzeitig zu einem Ideenwettbewerb aufrief: "Es kann jeder mitmachen, weil blöder als "Fit statt fett" kann's nicht gehen." Womit Rudas wohl die Formulierung ihres Slogans – und nicht dessen Inhalt meinte. (frei, DER STANDARD Printausgabe 21.6.2007)