Also sprach Idschas ul Hak, der pakistanische Minister für religiöse Angelegenheiten. Der Süddeutschen ist dazu die Artikelüberschrift "Da bleibt uns nur die Bombe" eingefallen. Ob wirklich alle 1,5 Milliarden Muslime sich durch den "Sir" für Salman Rushdie beleidigt fühlen und ob das zu Toten und abgefackelten Botschaften führt wie seinerzeit bei den Mohammed-Karikaturen, wird sich herausstellen. Jedenfalls ist die Bereitschaft zum Beleidigtsein bei Teilen der muslimischen Öffentlichkeit extrem ausgeprägt. Empathische Erklärungsversuche dieses Verhaltens sind möglich, aber nicht sehr zielführend. Hier schüren muslimische Radikale in- und außerhalb von Regierungen ganz gezielt eine kulturell-politische Auseinandersetzung mit dem Westen. Wenn Elisabeth II. in ein paar Monaten Salman Rushdie tatsächlich persönlich zum Ritter schlägt, wird sie eine der wichtigsten symbolischen Handlungen ihrer jahrzehntelangen Regierungszeit gesetzt haben. (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 22.6.2007)