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Bei Taschenkontrollen wurde nach harten Getränken gesucht.

Foto: APA/Herbert P. Oczeret
Das Donauinselfest ist die Antwort für all jene, die vor der Fußball-Europameisterschaft EURO 2008 bereits scheppern wie die Kluppen-Sackerln. All die vielen unberechenbaren Fans, diese Fan-Meile, diese Menschenmassen mitten in der Stadt, dieses Saufen und Urinieren auf den Wiesen, wird da gewarnt - dabei wird mit dem größten Gratis-Openair Europas seit fast einem Vierteljahrhundert in dieser Stadt bewiesen, dass ein derartiges Massenevent sehr gut funktionieren kann. Gewiss: Die Polizei ist jedes Mal im Großeinsatz, es gibt die eine oder andere Rangelei, der Samariterbund hatte an den ersten beiden Tagen 700 Einsätze - aber in Summe ist es ein friedliches Fest, das man ohne größeren Nervenkitzel besuchen kann. Bis Sonntagnachmittag musste ein Besucher reanimiert und einer aus der Donau geborgen werden - doch so etwas kann auch im "normalen" Inselalltag jederzeit passieren. Und die gewaltige logistische Herausforderung, diesen Millionenstrom an- und abzutransportieren, wurde wieder vorbildlich gemeistert.

Besondere Beobachtung

Doch heuer wurde das Inselfest auch noch auf eine weitere Probe gestellt: Nach den langen und ausführlichen Diskussionen rund ums "Komasaufen" stand dieses Großereignis unter besonderer Beobachtung. Die Wiener SPÖ reagierte als Veranstalter mit Taschenkontrollen, bei denen nach harten Getränken gesucht wurde und die Standler mussten ein vergleichsweise günstiges antialkoholisches Getränk anbieten.

Trotzdem hatten sich einige wieder "weggesprengt", als gäbe es kein Morgen mit Katergrauen. Aber es ist angebracht, auch dieses Ergebnis sozusagen nüchtern zu betrachten. Die meisten Feuerwehrfeste und Kirtage dieses Landes haben eine weit höhere Missbrauchbilanz. Und die große überwiegende Mehrheit verstand es, in der Masse, aber durchaus in Maßen zu feiern. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.6.2007)