Frankfurt/Main - Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat die polnische Haltung auf dem EU-Gipfel scharf kritisiert. Der "Frankfurter Rundschau" (Montag) sagte er: "Für das Verhalten Polens gibt es in Europa wenig Verständnis. Was hält man von einem Präsidenten, der verhandelt und dann zu Hause seinen Bruder anrufen muss, der dann sagt: geht nicht?" Dies sei nicht die Art, wie man in Europa miteinander verhandelt, sagte Gusenbauer. Er wolle nicht aufrechnen, betonte Gusenbauer, wies zugleich aber darauf hin, dass Polen "auf vielfältige Art die europäische Solidarität in Anspruch nimmt". Als Beispiel nannte er den Streit mit Russland wegen des Fleischexports, die Energiesolidarität und finanzielle Hilfen. Auf der anderen Seite könne man "nicht dauerhaft eine Haltung einnehmen, mit der man nur verlangt und nicht gibt. Diesen Lernprozess müssen unsere polnischen Freunde jetzt erst noch machen." (APA/dpa)