Wien - Die Dodge Vikings Vienna haben im Finale der Euro Bowl am kommenden Sonntag in Wien (Stadion Hohe Warte, 15:00 Uhr) die Chance, den Bewerb als erste Mannschaft überhaupt zum vierten Mal in Folge zu gewinnen. Die Wiener genießen im Endspiel gegen die Marburg Mercenaries wie in den vergangenen drei Jahren Heimrecht.

Die Deutschen haben im Halbfinale überraschend die Swarco Raiders aus Tirol mit 35:21 aus dem Bewerb geworfen. Die Stärke der Mercenaries ist das Laufspiel rund um Running Back Antoine Jones. "Wir müssen das Laufspiel stoppen und sie zum Passen zwingen," glaubt Chris Calaycay, der Coach der Vikings-Verteidigung, das Erfolgs-Rezept zu kennen.

Die Mercenaries gelten als physisch starke Mannschaft, das beeindruckt die Wiener aber nur äßig: "Sie sind stark und gut, aber sie sind auch die Herausforderer, wir die Titelverteidiger," sagte O-Liner Christoph Stein.

Erklärtes Ziel der Vikings ist das Double auf österreichischer und europäischer Ebene. "Wir stehen in beiden Endspielen und wollen natürlich beide Bewerbe gewinnen. Vor allem, nachdem uns das im vergangenen Jahr nicht gelungen ist," sagte Team-Manager Felix Hoppel. Da wurde die Austrian Bowl gegen Tirol verspielt, heuer geht es im Endspiel am 14. Juli gegen die Graz Giants.

Die Zukunft der Euro Bowl ist indes ungewiss. Einerseits ist es schwer, zwölf annähernd gleichwertige Teams in Europa zu finden. Außerdem können es sich nur wenige leisten, mehrere tausend Kilometer zu Auswärtsspielen zu reisen. "Ein Football-Team besteht aus mehr als 60 Personen. Die Reise zu sportlich wertlosen Spielen in Norwegen oder Finnland kostet uns 35.000 Euro, die wir als Amateurverein nur schwer aufbringen können," sagte Vikings-Präsident Karl Wurm. Im europäischen Football-Verband EFAF wird deshalb über eine Reform nachgedacht. (APA)