Das österreichische Genomforschungsprogramm GEN-AU fördert fünf weitere Pilotprojekte. In einjährigen Forschungsaufträgen mit maximal 100.000 Euro Budget versuchen die Forschungsteams nun ihre Hypothesen zu untermauern. Wem das gelingt, der hat gute Chancen auf eine Fortsetzung der Förderung.

Die Mehrzahl der Projekte kommt aus der Steiermark: Sepp Kohlweins vom Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Universität Graz will den Nachweis erbringen, eine mögliche Alternative zu bestehenden Techniken der Identifizierung von Protein-Protein-Wechselwirkungen auf der Ebene des Proteoms gefunden zu haben.

Joseph Strauss von ARC Seibersdorf Research leitet das Projekt GEN-IAL, in dessen Rahmen eine neue Technologie für die Charakterisierung von Proteinen entwickelt werden soll.

Ute Panzenböck vom Institut für Pathophysiologie der Medizinischen Universität Graz erhielt eine Förderzusage für ihr Projekt "Brainstorming von Lipasen: Auf der Suche nach Genen, die für lipolytische Enzyme im Gehirn kodieren". Hier wird das Ziel verfolgt, neue Fett spaltende Enzyme im Gehirn zu entdecken und die Funktionsweise dieser Lipasen im Fettstoffwechsel des Gehirns aufzuklären.

Neue Klasse von Regulatoren

Die richtige Steuerung des Lipid-Gleichgewichts ist für viele Gehirnfunktionen notwendig. Marcel Scheideler vom Institut für Genomik und Bioinformatik der Technischen Universität Graz versucht eine "Spezies-übergreifende Identifizierung von microRNAs, einer neuen Klasse von Regulatoren, in der frühen Fettzellentwicklung in vitro und in vivo." Seine Forschungsergebnisse sollen zum besseren Verständnis molekularer Mechanismen der Fettzellentwicklung und von Fettleibigkeit beitragen.

Agnes Szilágyi vom Institut für Analytische Chemie und Radiochemie der Universität Innsbruck schließlich wird für ihre Studie "Genomics to Proteomics" gefördert. Sie will die Interaktion zwischen bestimmten Proteinen und DNA-Sequenzen im Regulationsbereich der für die Glücksbotenstoffe Serotonin und Dopamin spezifischen Gene charakterisieren.

GEN-AU ist ein Forschungsprogramm des Wissenschaftsministeriums (BMWF), abgewickelt wird es von der Fortschungsförderungsgesellschaft FFG. Das Programm startete 2001.

Die bereits fünfte GEN-AU SummerSchool beginnt am 2. 7. mit dem ersten Praktikum. Österreichische Forschungsinstitutionen bieten heuer 85 Laborplätze für Schüler an. Daneben steht der Weblog Summerschool.at für Geschichten aus dem Labor offen. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 27. Juni 2007)