Der österreichische Energiekonzern OMV befindet sich derzeit in einem erbitterten Kerosinstreit mit Austrian Airlines (AUA). Nun soll das Oberlandesgericht Wien in seiner Funktion als Kartellgericht klären, ob die OMV ihre marktbeherrschende Stellung für die Durchsetzung höherer Kerosinpreise ausgenutzt hat. Die Angelegenheit hat die AUA mit ihrem Gang nach Brüssel im Juli 2006 ins Rollen gebracht. Es bleibt abzuwarten, ob der OMV missbräuchliches Verhalten nachgewiesen wird, was eine Strafe nach sich ziehen würde. Ungemach steht den Wienern aber auch von anderer Seite bevor: Die USA drohen lauthals mit Sanktionen. Grund ist eine Absichtserklärung der OMV, sich beim Aufbau eines iranischen Gasfeldes zu beteiligen. Die Vereinigten Staaten sehen darin einen Verstoß gegen den Iran Sanctions Act, falls daraus ein vertraglich fixiertes Projekt werden sollte. Das US-Außenamt drohte bereits mit entsprechenden Sanktionen und führt diesbezüglich Gespräche mit der österreichischen Regierung. In diesem Fall würden sowohl der Export in die USA als auch der Import technischer US-Ausrüstung eingeschränkt.

Doch OMV könnte eine EU-Verordnung zu Hilfe kommen, nach der die von den USA verlangte Vorgangsweise unzulässig ist. Im Gegenteil – würde die OMV auf die Forderungen der USA eingehen, müsste sie vor dem österreichischen Gesetz mit einer Verwaltungsstrafe belangt werden. Die Verordnung untersagt sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen ausdrücklich, sich den extraterritorialen Gesetzen anderer Staaten zu unterwerfen. Laut einem OMV-Sprecher sind bereits mehrere europäische Unternehmen wie Repsol, Shell oder Statoil im Iran tätig. Die Versuchung ist groß: Iran ist der Staat mit den zweitgrößten Gasressourcen der Welt ist. Es wird sicher spannend werden, wer als Sieger aus dem Konflikt hervorgeht.

Unbeeindruckt von den negativen Neuigkeiten konnte die Aktie in den vergangenen Tagen deutliche Gewinne verzeichnen. Letztlich sind es die Fundamentaldaten, die sich an der Börse durchsetzen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Erdöl- und Erdgasressourcen in Zukunft immer knapper werden, bleiben die Zukunftsperspektiven für OMV hervorragend. Für Anleger, die auf diese Entwicklung setzen wollen, könnte sich ein Blick auf das Bonus-Zertifikat der Société Générale lohnen (ISIN DE 000 SG3 R5L 7). Es gewährt bei einem aktuellen Zertifikate-Kurs von 54,53 Euro eine maximale Rückzahlung von 66,16 Euro. Das entspricht einer beachtlichen Rendite von rund 21,3 Prozent (13,9 Prozent p.a.). Einzige Voraussetzung dafür: Die Aktie darf bis zum Laufzeitende nicht unter die Schwelle von 37,45 Euro fallen, was einem Sicherheitspuffer von mehr als 30 Prozent entspricht. Eine solch starke Korrektur kann zwar nicht ausgeschlossen werden, angesichts der guten Geschäftslage bei OMV erscheint dieses Absturz-Szenario aber unwahrscheinlich.

ZJ-Fazit: Die „schlechten“ Nachrichten prallen an der OMV-Aktie derzeit ab. Das zeigt: Letztlich setzen sich an der Börse die Fundamentaldaten durch. Und da ist es um den Energiekonzern bestens bestellt. Daher könnte sich ein Engagement in einem Bonus-Zertifikat lohnen.