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"Sei wie Du bist"
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET
Wien - In Wien findet am kommenden Samstag die bisher längste Regenbogenparade statt. Die Demonstration der lesBiSchwulen Gemeinschaft wird sich vom Stadtpark über die Ringstraße bis hin zum Schwarzenbergplatz ziehen. Dort ist die Abschlussveranstaltung angesetzt, nachdem man den Traditionsstandort Heldenplatz heuer nicht bekommen habe, so Organisator Christian Högl von der Hosi Wien am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

"Sei wie du bist"

Ab 13.00 Uhr wird Aufstellung am Stadtpark genommen, bevor die Parade ab 14.00 Uhr durch einen neun Meter breiten, aufblasbares Regenbogen ziehen wird. Die Route führt dann wie in den Vorjahren entgegen der Fahrtrichtung der Ringstraße (also "andersrum") bis zum Schwarzenbergplatz.

Dieser bleibt während der Abschlussveranstaltung, die zwischen 17.00 und 22.00 Uhr angesetzt ist, für den Verkehr gesperrt. Man hoffe, den Rekord von 35.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der Schlusskundgebung einstellen zu können, wenn KünstlerInnen wie Marla Glen, Marianne Mendt oder die Boyband "Jetzt anders!" vor dem Hochstrahlbrunnen singen, so Högl. Bei der Parade insgesamt werden erfahrungsgemäß über 100.000 Menschen gezählt.

"Es wird nichts geben, was irgendjemanden traumatisiert oder verstört", versprach der Paradenorganisator. Das Motto der zwölften Regenbogenparade laute diesmal "Sei wie Du bist", zumal sich die Menschen auch bei der Veranstaltung so geben sollten, wie sie seien.

Einladung ausgeschlagen

Dementsprechend wurden erstmals seit Bildung der schwarz-blauen Bundesregierung 2000 auch wieder ÖVP-PolitikerInnen eingeladen, darunter Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky. Aus terminlichen Gründen könne aber keiner der Angefragten kommen, bedauerte Högl.

Ganz allgemein gehe heuer der Preis für Homophobie wieder an die ÖVP, unterstrich die Grünen-Klubchefin im Rathaus, Maria Vassilakou, bei der Pressekonferenz. Sie blockiere auch in der neuen Regierung rechtliche Verbesserungen für Homosexuelle.

Wiens Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger freute sich auf ihren Premierenauftritt im Amt bei der Parade. Mit der Veranstaltung solle auch ein Zeichen aus Wien gesendet werden, das sich gegen die Gewaltausbrüche wende, die es zuletzt bei Homosexuellenparaden in Russland oder Polen gegeben habe.

Eine positive Bilanz zog Paradenorganisator Högl auch für den ablaufenden Veranstaltungsmonat "Vienna Pride", der seit Anfang Juni mit zahlreichen Events auf die Regenbogenparade einstimmen sollte. Das Spektrum der über 50 Veranstaltungen reichte dabei von AutorInnenlesungen, Tanzkursen über schwule und lesbische Stadtspaziergänge bis hin zu einem Straßenfest und einem Heurigenbesuch. (APA)