Christchurch - Die UN-Organisation für Erziehung und Kultur (UNESCO) hat drei neue Landschaften als einzigartiges Welterbe anerkannt. Sie nahm die Regenwälder von Atsinanana auf Madagaskar, den südchinesischen Karst und die südkoreanische Vulkaninsel Jeju am Mittwoch auf die Liste der Welterbe-Stätten.

Bis Ende der Woche soll bei der Sitzung des Welterbe-Komitees in Christchurch in Neuseeland über rund drei Dutzend Aufnahmeanträge entschieden werden, darunter auch der Bregenzerwald. Nach Ansicht von Beobachtern dürfte die Entscheidung darüber allerdings verschoben werden. Die Aufnahme des Bregenzerwaldes, dürfte diesmal noch nicht erfolgen, da die Fachorganisation International Council on Monuments and Sites (ICOMOS), Berater des Welterbekomitees, zuvor eine Aufschiebung der Einreichung empfohlen hatte. Grund dafür war u.a. das Fehlen eines Managementplanes. Dieser wird derzeit erarbeitet.

Bemerkenswerte Naturphänomene

Die Regenwälder verteilen sich auf sechs Nationalparks im Ostteil von Madagaskar. Dort leben zahlreiche einzigartige Pflanzen- und Tierarten, die sich entwickeln konnten, weil die Insel seit mehr als 60 Millionen Jahren von anderen Landmassen abgeschnitten ist.

Der südchinesische Karst erstreckt sich über eine halbe Million Quadratkilometer in den Provinzen Yunnan, Guizhou und Guangxi und gilt als eine der spektakulärsten subtropischen Karstlandschaften der Welt. Den Steinwald von Shilin, wo durch das Ausspülen des Steins bis zu 30 Meter hohe Skulpturen entstanden sind, betrachtet die UNESCO als eines der bemerkenswertesten Naturphänomene der Welt.

Auf der Insel Jeju gibt es einen erloschenen Vulkan und Hunderte vulkanisch geformte Hügel mit den ungewöhnlichsten Lavatunneln der Welt. Das Welterbe-Komitee bescheinigte der Insel "außerordentliche Schönheit".

Mit der Einschreibung auf der Liste will die UNESCO zum Erhalt dieser Stätten beitragen. Sie sieht die Länder, die die Landschaften vorschlagen, in einer besonderen Pflicht, sie anschließend zu erhalten und zu pflegen. Heute sind 830 Kulturstätten und -landschaften aus 139 Ländern auf der Liste, acht davon aus Österreich. (APA/dpa)