Wien - Die Einwanderung und ihre Herausforderungen für Herkunfts- und Aufnahmegesellschaften stellen laut Wolfgang Kopetzky die wichtigste Herausforderung der kommenden Jahre dar. "Wir werden in Österreich künftig rund 60.000 Einwanderer jährlich brauchen", sagte der Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, der dieser Tage bis 2012 erneut bestellt worden ist, bei einem Hintergrundgespräch in Wien.

Aging-Problem

In einem "Land mit einem Aging-Problem wie Österreich" seien die derzeit rund 40.000 Nettozuwanderer jährlich bei Weitem nicht genug: "Aber wir müssen darauf achten, dass wir, etwa um unseren Bedarf an Pflegerinnen zu füllen, in den Herkunftsstaaten keinen Braindrain verursachen". Schon derzeit kämen im OECD-Raum 18 Prozent aller Mediziner und elf Prozent aller Pflegekräfte aus Ländern von außerhalb - "und die fehlen daheim".

Auch die Arbeit des Roten Kreuzes werde in den kommenden Jahren auf "Toleranz und Antidiskriminierung" fokussieren, betonte Kopetzky. 2008 etwa im Rahmen einer groß angelegten Werbekampagne von und mit Menschen verschiedenster Herkunft

Die von der Regierung beschlossene 24-Stunden-Betreuung bezeichnete der Rote-Kreuz-Geschäftsführer als "Fortschreibung eines Notstands". Statt dessen müssten ganzheitliche Lösungen und eine "harmonische Kultur des Alterns" forciert werden. Vehementen Widerstand kündigte er gegen "jede Deregulierung" bei den Rettungs- und Krankentransporten an. Laut einer neuen Studie würde eine Trennung von Rettungs- und Krankentransportwesen die öffentliche Hand "jährlich 50 Millionen Euro zusätzlich kosten". (Irene Brickner, DER STANDARD Printausgabe 28.6.2007)