München - Der Regisseur Marco Kreuzpaintner und der US-Schauspieler Kevin Kline sind für den Thriller "Trade - Willkommen im Amerika" mit dem Bernhard-Wicki-Filmpreis "Die Brücke - Der Friedenspreis des Deutschen Films" geehrt worden. In dem Hollywood-Debüt des 30-Jährigen Kreuzpaintner geht es um Mädchenhandel zwischen Mexiko und den USA. Im Mittelpunkt steht die 13-jährige Adriana, die auf der Straße entführt wird.

Die Jury begründete am Donnerstag die Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Preises im Rahmen des Münchner Filmfestes mit dem Hinweis, Kreuzpaintner zwinge die Zuschauer schonungslos, an dem Martyrium der Mädchen teilzunehmen. Seine Bilder seien drastisch und mitunter an der Grenze des Ertragbaren. Der Film soll am 18. Oktober ins Kino kommen.

Kline ("Ein Fisch namens Wanda") wurde mit dem undotierten Ehrenpreis des Bernhard Wicki Gedächtnisfonds geehrt. Er überzeugte die Juroren mit seiner Darstellung eines Polizisten, der sich mit Adrianas Bruder auf die Suche nach seiner verschleppten Schwester macht. Dieser charismatische Schauspieler lasse die Zuschauer auf atemberaubende Weise teilhaben an einem inneren Monolog ohne Worte, heißt es in der Begründung.

Das Filmfest München überreichte Kline außerdem den Cine-Merit-Award, der für besondere Verdienste um den Film vergeben wird. Auch der US-Regisseur William Friedkin ("Der Exorzist") wird damit geehrt. Er nimmt die Auszeichnung am Freitag entgegen.

Der in Wasserburg am Inn aufgewachsene Kreuzpaintner hatte 2004 mit seinem ersten Kinofilm "Der Sommersturm" den Publikumspreis des Münchner Filmfestes gewonnen. Zuletzt hatte der 30-Jährige bei der Verfilmung von Otfried Preußlers Kinderbuch-Klassikers "Krabat" Regie geführt. (APA/dpa)