Wien - Wissenschaftsminister Johannes Hahn will die "ÖH nicht politisch beurteilen, sondern wie sie ihren Job als Interessenvertretung und Serviceeinrichtung macht". Die neue Spitze werde er umgehend zu Gesprächen einladen, hieß es aus seinem Büro gegenüber der APA. "Wie verlässlich die Mehrheit ist, wird die Zeit weisen."

Broukal: "AG soll sich nicht wundern"

Dem VSStÖ gratulierte SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal zur Einigung auf eine "interessante Koalition, die eine spannende Erweiterung der bisherigen Zusammenarbeit zwischen VSStÖ und GRAS darstellt".

Die AG solle sich nicht wundern, dass es ihr nicht gelungen ist, die ÖH-Spitze zu übernehmen. "Keine Studierendenvertretung will mit einer Fraktion zusammenarbeiten, deren Mutterpartei an den Studiengebühren festhält und allgemeine Studienbeschränkungen als Ultimo ratio ins Auge fast", so Broukal in einer Aussendung.

Grünewald begrüßt neue ÖH-Führung

Der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, begrüßte die neue ÖH-Führung. "Ich freue mich über eine weiterhin kritische und laute Vertretung der Studierenden in Österreich. Damit hat sich bestätigt, dass eine Mehrheit der Studierenden auch eine politisch engagierte Hochschülerschaft will." Angesichts der Situation an den Universitäten sei dies auch unbedingt notwendig, erklärte Grünewald.

Brinek: Koalition der Wahlverlierer

"Der Wählerwille der Studierenden, die der rot-grünen Exekutive eine klare Absage erteilt haben, bleibt bei diesem Verhandlungsergebnis klar auf der Strecke. Was bleibt, ist eine Koalition der Wahlverlierer", so ÖVP- Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek. "Es bleibt zu hoffen, dass die nunmehrige ÖH-Exekutive weniger Wert auf Selbstdarstellung legt und Parteipolitik nicht mehr an erster Stelle ihrer Agenda steht", so die ÖVP-Wissenschaftssprecherin in einer Aussendung.

BZÖ: "ÖH abschaffen"

"Die Abschaffung der ÖH wäre eine sehr sinnvolle Konsequenz aus dem Desinteresse der Studierenden an dieser Institution. Wir wollen aber die Einrichtung eines Studienmentors an den Universitäten und Fachhochschulen", erklärte BZÖ-Wissenschaftssprecher Gernot Darmann in einer Aussendung. Die ÖH sei in ihrer bisherigen Form nicht mehr zeitgemäß. (APA/Red)