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Archivbild von Robben der Cape Cross-Kolonie

Foto: APA/EPA/Jutta Dobler
Johannesburg/Windhuk - Namibias Regierung hat für die kommenden drei Jahre jeweils 86.000 Robben zur Jagd freigegeben. Informationsministerin Netumbo Nandi-Ndaitwah begründete den Kabinettsbeschluss nach Angaben der "Allgemeinen Zeitung" (AZ/Freitagausgabe) in Windhuk mit einer Gefährdung der Fischindustrie des südwestafrikanischen Landes durch eine zu starke Zunahme der Robbenbestände.

Die Fischerei ist einer der größten Arbeitgeber und Devisenbeschaffer des Staates, vor dessen Küste nach einer Erhebung 205.500 junge und 650.000 ausgewachsene Robben leben. Sie verteilen sich auf die Cape Cross- und die Atlas-Bucht-Kolonie.

Gejagt werden vor allem Männchen und ihre Jungen. Während die Jungtiere zum Schutze ihres wertvollen Pelzes erschlagen werden, kommen die Männchen durch gezielte Schüsse ums Leben. Ihre Genitalien gelten in asiatischen Ländern auch als Grundlage für ein Aphrodisiakum.

Der Fisch-Vergleich

Die Robben verzehren nach Angaben Nandi-Ndaitwahs jährlich etwa 900.000 Tonnen Fisch. Angesichts der Gesamtfangmenge der nationalen Fischereiindustrie von jährlich rund 600.000 Tonnen Fisch werde deutlich, "dass Robben mehr Fisch vertilgen als von der kommerziellen Fischerei-Industrie gefangen wird".

Tierschutzorganisationen hatten bereits in den vergangenen Jahren gegen die "Massenabschlachtung" protestiert. Im Jahr 2000 wurden beispielsweise 67.000 Robben zum Töten freigegeben. (APA/dpa/red)