Also doch nicht: Salzburg wird die Olympischen Winterspiele 2014 nicht austragen. Die Hoffnung das „David Salzburg gegen zwei Goliaths“ (VP-Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka) bestehen kann, hat sich nicht erfüllt. Es war wohl auch ein bisschen arg naiv zu glauben, man könne in einer globalisierten Sportökonomie mit so etwas wie dem olympischen Gedanken allein punkten. Das Konzept von authentischen und überschaubareren Spielen war aus finanzieller Not geboren und vielleicht auch gut gemeint. Mehr nicht. Spätestens mit dem Rückzug des deutschen Sportlobbyisten Fedor Radmann - „aus Gesundheitsgründen“ - von der Spitze der Salzburger Bewerbungsgesellschaft hätten in Bund, Land und Stadt alle Alarmglocken klingeln müssen: Radmann – einer der erfolgreichsten Sportlobbyisten überhaupt – dürfte rechtzeitig gemerkt haben, dass die Mozartstadt am Ende leer ausgehen wird. Zu der reichlich österreichischen „David gegen Goliath“-Haltung passt auch noch der Verweis auf die Dopingaffäre von Turin. Glaubt denn wirklich jemand ernsthaft, dass im internationalen Sportgeschäft ein paar gedopte Athleten eine Milliardenentscheidung beeinflussen? Eher war schon das mäßig professionelle Krisenmanagement danach ausschlaggebend. Dass sich die Begeisterung der Salzburger Bevölkerung selbst für die Bewerbung in engen Grenzen gehalten hatte, ist vom Internationalen Olympischen Komitee ebenfalls aufmerksam registriert worden. „Der Bürgermeister war der einzige Politiker, der sich tatsächlich für die Idee engagiert hat“, schreiben die „Salzburger Nachrichten“. Stimmt. Für ein Projekt in der Größenordnung von Olympischen Winterspielen war und ist das einfach zu wenig. (Thomas Neuhold, DER STANDARD Printausgabe 5. Juli 2007)