London/Port Harcourt - Nach drei Tagen in der Gewalt von Geiselnehmern ist ein in Nigeria entführtes dreijähriges Mädchen aus Großbritannien wieder frei. Die Kleine befinde sich bei ihren Eltern, teilte die Regierung mit. Nach Angaben der aus Nigeria stammenden Mutter forderten die Kidnapper ein Lösegeld und drohten mit der Ermordung des Mädchens. Der britische Vater erklärte allerdings, es sei kein Geld gezahlt worden.

Im Interview des britischen Fernsehsenders Sky News führte der Vater die Freilassung seiner Tochter auf den massiven Druck der nigerianischen Sicherheitskräfte auf die Täter zurück. Der neue britische Außenminister Miliband erklärte, er sei "erfreut und erleichtert", von der Freilassung des Mädchens zu hören. "Ich danke den nigerianischen Behörden für all ihre Hilfe, und ich hoffe, dass die Täter rasch gefasst werden", hieß es in Milibands Erklärung.

Aus Auto heraus verschleppt

Die Dreijährige war am Donnerstag von Bewaffneten in Port Harcourt im Nigerdelta auf dem Weg zum Kindergarten aus einem Auto heraus verschleppt worden. Der Fahrer wurde mit einem Messer verletzt, als er versuchte, die Entführung zu verhindern.

Im Nigerdelta sind Entführungen von ausländischen Mitarbeitern der Erdölindustrie gang und gäbe, um Lösegeld zu erpressen. Allerdings waren bisher noch nie Kinder von Ausländern betroffen, wohl aber die Kinder von reichen Einheimischen. Der Vater des kleinen Mädchens, der schon seit langem in dem westafrikanischen Land lebt, ist ebenfalls in der Ölindustrie beschäftigt. (APA/ag.)