Das 1990 zwischen der Nato und dem Warschauer Pakt geschlossene und 1992 in Kraft getretene Abkommen über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) legt Obergrenzen für Panzer, Flugzeuge und Artillerie fest und soll konventionelles Bedrohungspotenzial reduzieren.

Russland wirft den Nato-Staaten vor, die 1999 in Istanbul ausverhandelte "Anpassung" des KSE-Vertrages bisher nicht ratifiziert zu haben. Moskau hatte dies im Juli 2004 getan. Die Bündnismitglieder begründen dies damit, dass Russland seinen zugesagten Truppenabzug aus den Ex-Sowjetrepubliken Georgien und der Republik Moldau nicht abgeschlossen hat.

Der Kreml ist der Ansicht, man könne es nicht länger hinnehmen, den Verpflichtungen nachzukommen, während die Vertragspartner dies nicht täten. Beim G8-Gipfel in Heiligendamm Anfang Juni hatte Putin als Kompromiss ein gemeinsames Projekt von Nato und Russland in Aserbaidschan und eine gemeinsame Radarstation in Russland vorgeschlagen. (DER STANDARD, Printausgabe, 16.7.2007)