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Alexander Winokurow war auf der fünften Etappe schwer gestürzt. Seither schleppt sich der als Topfavorit gehandelte Kasache angeschlagen weiter.

Foto: APA/EPA/Lalmand

Briancon - Mikael Rasmussen hat am Dienstag mit Platz sechs auf der neunten Etappe der Tour de France sein Gelbes Trikot verteidigt. Den Tagessieg bei der letzten schweren Alpenetappe holte sich der Kolumbianer Juan Mauricio Soler im Alleingang. Mit Platz zwei und 38 Sekunden Rückstand auf Soler fuhr der Spanier Alejandro Valverde auch auf den zweiten Gesamtrang.

Der 24-jährige Soler siegte nach 159,5 Kilometern von Val d'Isere über die Pässe Iseran und Galibier nach Briancon vor Valverde und dem Australier Cadel Evans. Auf Rang vier und fünf reihten sich mit Alberto Contador und Iban Mayo zwei weitere Spanier. In Briancon hatte im Jahr 2000 bereits Solers kolumbianischer Landsmann Santiago Botero triumphiert.

Tränen bei Winokurow

Rasmussen hatte als Tagessechster 42 Sekunden Rückstand auf den Etappensieger und liegt nun 2:35 Minuten vor Valverde. Mayo hat als Dritter 2:39 Minuten Rückstand, weitere zwei Sekunden dahinter liegt Evans auf Rang vier. Der in der Vorwoche gestürzte kasachische Favorit Alexander Winokurow verlor 3:25 Minuten auf den Etappensieger und liegt mit 8:05 Minuten Rückstand nur auf dem 21. Gesamtrang. "Es war wieder fürchterlich", sagte der 33-Jährige unter Tränen. "Ich habe unglaubliche Schmerzen gehabt - vor allem auf dem Galibier." Winokurow, der vor zwei Jahren in Briancon triumphiert hatte, hatte zwischenzeitlich auch den Tourarzt aufgesucht, um Schmerzmittel einzunehmen.

Kohl verliert viel Zeit

Bernhard Kohl, der sich am Sonntag mit einer (allerdings erfolglosen) Soloflucht gut in Szene gesetzt hatte, hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Der 25-Jährige verlor als 146. ebenso wie seine Landsleute Bernhard Eisel und Peter Wrolich mehr fast 30 Minuten auf den Sieger.

Im Ziel übergab Frankreichs neuer Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der der Tour einen Besuch abstattete und die Etappe im Wagen der Rennleitung verfolgte, die Führungstrikots. "Es ist mein Ziel, Gelb so lange wie möglich zu verteidigen", erklärte Rasmussen. "Warum also nicht auch bis Paris?" Problem des Dänen sind allerdings die beiden ausständigen, jeweils mehr als 50 Kilometer langen Einzelzeitfahren. Der Kampf gegen die Uhr ist Rasmussens Achillesferse.

Mann des Tages war aber Soler. Der Kolumbianer holte sich solo die Bergwertung am Galibier, rettete schließlich einen Teil seines Vorsprungs ins Ziel. "Das ist der schönste Tag meines Lebens", strahlte er. (APA/red)

ERGEBNISSE 9. Etappe (Val d'Isere - Briancon, 159,5 km): 1. Juan Mauricio Soler (COL) Barloworld 4:14:24 Min. (Schnitt 37,618 km/h) - 2. Alejandro Valverde (ESP) Caisse d'Epargne +0:38 Min. - 3. Cadel Evans (AUS) Predictor-Lotto, gl. Zeit - 4. Alberto Contador (ESP) Discovery Channel +0:40 - 5. Iban Mayo (ESP) Saunier Duval 0:42 - 6. Michael Rasmussen (DEN) Rabobank 0:42 - 7. Levi Leipheimer (USA) Discovery Channel, beide gl. Zeit - 8. Kim Kirchen (LUX) T-Mobile 0:46 - 9. Andreas Klöden (GER) Astana 0:47 - 10. Carlos Sastre (ESP) CSC, gl. Zeit - 11. Christophe Moreau (FRA) AG2R 0:54.

Weiter: 16. Oscar Pereiro (ESP) Caisse d'Epargne 3:24 - 20. Alexander Winokurow (UKR) Astana, gl. Zeit - 40. Linus Gerdemann (GER) T-Mobile 6:44 - 104. Bernhard Eisel (AUT) T-Mobile +28:51 Min. - 134. Peter Wrolich (AUT) Gerolsteiner - 146. Bernhard Kohl (AUT) Gerolsteiner, beide gl. Zeit