Buenos Aires – Die Peronistin Cristina Fernandez de Kirchner startet am Donnerstag ihre Kampagne als offizielle Präsidentschaftskandidatin mit einer Großveranstaltung in der Provinz Buenos Aires. Für den bevölkerungsreichen Schlüsseldistrikt sitzt sie im Senat. Präsident Nestor Kirchner verzichtet auf eine zweite Amtszeit zugunsten seiner Frau. Gewählt wird in Argentinien am 28. Oktober.

Insidern zufolge fiel die Entscheidung nach reiflicher Analyse der Umfragen. Nestor Kirchner, ein schlecht gekleideter, linkisch und immer mürrisch wirkender Abkömmling Schweizer Einwanderer, verlor in den vergangenen Monaten durch soziale Proteste, Korruptionsskandale, Energie -und Nahrungsmittelknappheit an Punkten. Seine Kandidaten mussten bei Regional- und Kommunalwahlen in der Hauptstadt und den Provinzen Niederlagen einstecken. Außerdem macht sich in Argentinien Widerstand gegen die Wiederwahl von Amtsinhabern breit. Bürgerbewegungen stoppten in mehreren Provinzen entsprechende Verfassungsänderungen lokaler Caudillos.

Die Wahlkampfberater hoffen auf einen „Frauenbonus“ für Cristina. Umfragen zufolge kann sie mit 46 Prozent der Stimmen rechnen. Die zerstrittene Opposition gruppiert sich derzeit, dürfte aber im Oktober keine Rolle spielen. Wer ihr Vize werden soll, ist noch unklar, im Gespräch ist der Gouverneur der Provinz Mendoza, Julio Cobos, von der Radikalen Bürgerunion (UCR). (wss, DER STANDARD, Print, 19.7.2007)