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Nachdem Favorit Tom Boonen durch die Stürze in der letzten Kurve vor dem Ziel gebremst worden war, war der Weg frei für Robert Hunter (re).

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Hitze verlangt Mensch und Material einiges ab. Der Wagen von zwei Reuters-Mitarbeitern schaffte den Weg nach Montpellier nicht.

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Montpellier - Auf der 11. Etappe der 94. Tour de France hat sich erstmals in der Geschichte des traditionsreichen Rennens ein Südafrikaner in die Siegerliste eingetragen. Der 30-jährige Robert Hunter sprintete am Donnerstag auf den letzten Metern des von Marseille über 182,5 Kilometer nach Montpellier führenden Flach-Teilstücks den Schweizer Fabian Cancellara (gewann Prolog und Etappe drei) knapp nieder. Der Verlierer des Tages war der Franzose Moreau, der im Kampf um einen Spitzenplatz in der Gesamtwertung über drei Minuten einbüßte, indem er bei rasanter Fahrt und starkem Seitenwind den Kontakt zum Hauptfeld verlor.

Viel Wind

Hunter sicherte seinem zweitklassigen Team Barloworld nach dem Erfolg des Kolumbianers Juan Mauricio Soler in Briancon schon den zweiten Tagessieg bei dieser Tour. "Ich glaube nicht, dass man glücklicher sein kann, als ich es heute bin", waren die ersten Worte des strahlenden Siegers. "Die Etappe war sehr schnell und es gab viel Wind, es war alles andere als leicht zu gewinnen. Dieser Sieg ist für den südafrikanischen Radsport sehr wichtig. Wir lieben ihn und praktizieren ihn viel, aber es gibt nicht genug Geld und Sponsoren", so Hunter nach der erfolgreichen Jagd nach seinem ersten großen Erfolg.

In der Gesamtwertung blieb der Däne Michael Rasmussen unangefochten die Nummer eins. Er und auch seine Konkurrenten wie der zweitplatzierte Spanier Alejandreo Valverde (Rückstand weiter 2:35 Minuten) und die weiteren Verfolger befanden sich in der ersten größeren Gruppe, die zeitgleich gewertet wurde. 70 Kilometer vor dem Ziel hatte eine Tempoverschärfung vom Team Astana (mit Alexander Winokurow und Andreas Klöden) das Feld geteilt.

"Als Astana attackierte, war ich mit weiter vorne platziert und ich hatte schon bemerkt, dass sie sich auf den Angriff vorbereiteten. Daher war ich nicht überrascht", meinte Rasmussen, der verständlicherweise das Gelbe Trikot "so lange wie möglich" verteidigen möchte. "Sollte ich es am Samstag im Zeitfahren verlieren, dann werde ich in den Pyrenäen wieder angreifen, um es zurückzugewinnen", so der Rabobank-Chef.

In der 80 Mann starken ersten Gruppe befand sich auch der 33-jährige Kärntner Peter Wrolich, der mit Rang 13 sein bei dieser Tour bestes Ergebnis schaffte. Bernhard Eisel (93.) und Bernhard Kohl (114.) hingegen waren in der abgehängten Partie, die 3:20 Minuten später ins Ziel kam, zu finden. Die 12. Etappe am Freitag von Montpellier über 178,5 km nach Castres weist im Finish einen Berg der zweiten Kategorie auf. (APA/red)

Ergebnisse der 11. Etappe der 94. Tour de France am Donnerstag von Marseille über 182,5 km nach Montpellier:

1. Robert Hunter (RSA) Barloworld 3:47:50 Stunden (Schnitt 48,061 km/h) - 2. Fabian Cancellara (SUI) Team CSC - 3. Murilo Fischer (BRA) Liquigas - 4. Filippo Pozzato (ITA) Liquigas - 5. Alessandro Ballan (ITA) Lampre - 6. Paolo Bossoni (ITA) Lampre - 7. Claudio Corioni (ITA) Lampre - 8. Philippe Gilbert (BEL) Francaise des Jeux - 9. William Bonnet (FRA) Credit Agricole - 10. Kim Kirchen (LUX) T-Mobile, alle gleiche Zeit - 11. Markus Fothen (GER) Gerolsteiner - 12. Enrico Poitschke (GER) Milram - 13. Peter Wrolich (AUT) Gerolsteiner und weitere 67 Fahrer, alle gleiche Zeit. Weiter: 93. Bernhard Eisel (AUT) 3:20 Minuten - 114. Bernhard Kohl (AUT) gleiche Zeit