Wien - Wie viele übergewichtige Kinder es in Österreich gibt, weiß niemand genau. Eine Vollerhebung nach einheitlichen Maßstäben hat offenbar noch niemand versucht. In Schätzungen werden rund 15 von 100 Kindern als übergewichtig oder bereits adipös eingestuft. Was den WHO-geprüften Werten in Deutschland entspricht. Spitzenreiter bei zu dicken Kindern in Europa: Italien (36 Prozent Übergewichtige) vor Malta, Spanien und Griechenland.

Folgen sind verheerend

Die Folgen der "globesity" (ein Mischwort aus "global" und "obesity", dem englischen Wort für Adipositas) sind verheerend, warnen die Mediziner. Wer im Kindesalter adipös ist, hat eine 25 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, mit 35 an Typ-S-Diabetes oder an Herzerkrankungen zu leiden.

Eltern verdrängen das Risiko

Obwohl das Problem verstärkt in den Medien präsentiert wird, verdrängen viele Eltern das Risiko. Dabei ist ein erster Test gar nicht so schwer, wie der Wiener Ernährungsmediziner Kurt Widhalm auf netdoctor.at darstellt: "Man nimmt die Haut mitsamt dem Unterhautfettgewebe am Rücken zwischen Daumen und Zeigefinger - wenn die Falte dicker ist als ein Zeigefinger, dann ist auf jeden Fall Vorsicht geboten." Beste Prävention: mehr Kalorien verbrauchen als man aufnimmt, am besten beim Sport. (STANDARD, 20.07.2007, moe)