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Eine vierzehnjährige Patientin bei der Impfung

Foto: REUTERS/Jessica Rinaldi
Eisenstadt - Das Burgenland sprach sich bereits im Frühjahr mit einem Entschließungsantrag des Landtages dafür aus, dass die Impfung gegen den Gebärmutterhalskrebs in das kostenlose Kinderimpfprogramm aufgenommen werde. Nachdem Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) nun die Evaluierung des Medikaments in Auftrag gegeben hat, werde man für die weitere Vorgehensweise auf dieses Gesamtkonzept warten, erklärte Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ) in Eisenstadt.

Wichtige Früherkennung

Das Gesamtkonzept des Gesundheitsministeriums soll bis Ende des Jahres erarbeitet werden. Es soll eine Evaluierung der zugelassenen Impfstoffe sowie ein Präventionsprogramm enthalten. Sowohl Rezar als auch Claudia Krischka, Leiterin des Hauptreferats Gesundheit im Amt der burgenländischen Landesregierung, betonten die Bedeutung der Früherkennung bei Gebärmutterhalskrebs. "Gebärmutterhalskrebs ist heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird", so Krischka. Sie bedauerte allerdings, dass die kostenlose Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen nur von 30 Prozent der Frauen in Anspruch genommen werden.

Impfung als Ergänzung

In Österreich wurden seit Einführung des neuen Impfstoffes gegen die Humanpathogene Papilloma-Virenstämme (HPV) rund 63.700 Dosen abgegeben, so Krischka. In den USA seien fünf Millionen Dosen geimpft worden und 1.600 "Impfzwischenfälle" dokumentiert worden, es handle sich dabei um Rötungen oder Schwellungen. Der Oberste Sanitätsrat ging von seiner Empfehlung für die HPV-Impfung nicht ab. Gleich wie das Gesamtkonzept des Ministeriums aussehen werde, "die HPV-Imfpung kann keine Früherkennung ersetzen. Sie ist nur eine wichtige Ergänzung", erklärte die Hauptreferatsleiterin.

Im Burgenland wurden alle Gemeinden über das derzeitige "Innehalten" bis das Gesamtkonzept vorliegt informiert, so Rezar. Vier bis fünf burgenländische Gemeinden unterstützten die Impfung bereits finanziell. Auch die im Landtag vertretenen Parteien - der Entschließungsantrag wurde von allen unterstützt - werden vom Landesrat über die Situation informiert. Der Entschließungsantrag sah vor, dass die Impfung in das kostenlose Kinderimpfprogramm aufgenommen werde oder dass das Burgenland ein eigenes Impfprogramm durchführt.

Österreichweit erkrankten im Jahr 2003 etwa 470 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Die Letalität liegt laut Krischka bei rund 35 Prozent. Im Burgenland seien jährlich etwa zehn bis zwölf Frauen betroffen. (APA)