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Was immer zum Warten beim Einchecken führt, die neue Fluggastdatenübermittlung ist es nicht

Foto: Reuters
Die Datensuppe wird nur halb so heiß gegessen wie serviert, denn viel hat sich an der neu geregelten Weitergabe von Passagierdaten zwischen der EU und den USA nicht geändert. Einen Mehraufwand für die Reisenden wird es nicht geben - Von Andrea Katschthaler

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Washington/Wien – USA-Reisende können beruhigt sein. Entgegen der Befürchtungen der letzten Monate bleibt ihnen ein Mehraufwand bei der Buchung ihres Fluges erspart. Das Flugpassagierdaten-Abkommen zwischen der Europäischen Union und den USA, das vorige Woche in Washington unterzeichnet worden und am Mittwoch, offiziell in Kraft getreten ist, regelt die Weitergabe von Passagierdaten von der EU an die USA. Für die Reisenden selbst soll sich aber nichts ändern, schon gar nicht soll es einen Mehraufwand bei der Buchung geben. Laut Jan Bärwalde, Pressesprecher der deutschen Fluglinie Lufthansa, müssen Passagiere beim Buchen nach wie vor nur ihren Abflugs- sowie Ankunftsflughafen, ihren Namen und ihre Adresse angeben.

19 statt 34 Daten

Die restlichen Daten, die an die US-Behörden weitergegeben werden, sammeln sich durch Zufall an, also zum Beispiel wenn der Fluggast bei der Buchung besondere Essenswünsche äußert oder einen bestimmten Sitzplatz verlangt. Festgehalten würde auch, wenn der Kunde im Reisebüro gleichzeitig mit der Buchung seines Fluges einen Leihwagen für seinen Aufenthalt in den USA bestellt. Durch diese verschiedenen Wünsche der Reisenden können sich bis zu 34 Daten ansammeln, die alle im so genannten Buchungscode festgehalten werden. Durch das neue Abkommen wird die Zahl der an die USA zu übermittelnden Daten auf 19 reduziert.

"Push" statt "Pull"

Die wichtigste Änderung aber betrifft die Art der Übermittlung. Seit 2004 konnten die US-Behörden auf diesen Buchungscode jederzeit zugreifen, durch ein so genanntes "Pull"-System die Daten abfragen. Von nun an wird es ein "Push"-System geben, das heißt, dass nun die Fluglinien dafür zuständig sind, die gesammelten Daten zu übermitteln. Dafür gibt es festgelegte Zeitpunkte, zum Beispiel kurz nach dem Start des Flugzeugs, sagt Livia Dandrea, Pressesprecherin bei Austrian Airlines. Die AUA nutze das "Push"-System schon seit Längerem freiwillig, ohne dass sich für die Passagiere etwas geändert hätte. Fingerabdrücke

Nicht erspart bleibt USA-Reisenden, sich bei der Ankunft in den USA fotografieren und Fingerabdrücke nehmen zu lassen. Das ist nach wie vor Sache der US-Behörden. (Andrea Katschthaler/DER STANDARD Printausgabe 1.8.2007)