Wien – Nachdem das erste Halbjahr für Fondsanleger sehr erfreulich verlaufen ist, bringt das erste Monat der zweiten Jahreshälfte für einen Großteil der 10.917 in Österreich, Deutschland und der Schweiz zugelassene Fonds Verluste. Nur 35 Prozent lagen im Juli im Plus. Im Durchschnitt haben die Anleger 1,1 Prozent verloren. Die Ausnahme: Türkei- und China-Fonds konnten dennoch zulegen. Der Ertrag seit Jahresbeginn sank damit von 4,3 auf 3,1 Prozent und der Anteil der Fonds, die einen Gewinn erzielten, von 74 auf 67 Prozent.

Volatilität steigt

Die im ersten Halbjahr gestiegene Volatilität an den Märkten wird als Grund für die Rückschläge angegeben. Gemessen am CBOE Market Volatility Index der Optionsbörse in Chicago stieg die Volatilität im Juli um 43 Prozent (seit 2007 um 96 Prozent). Weltaktien verloren – repräsentiert durch den MSCI World Index – im Juli 3,5 Prozent und büßten damit die Hälfte ihres Gewinns seit Jahresbeginn ein. Auch europäische Aktien mussten Verluste in der Höhe von 3,4 Prozent in Kauf nehmen (MSCI Europe Index), europäische Staatsanleihen konnten hingegen nach einem schlechten ersten Halbjahr (minus 1,7 Prozent) wieder um 1,5 Prozent zulegen.

Die Turbulenzen am US-Immomarkt übertragen sich auf den europäischen Markt. Gemessen am FTSE Epra/Nareit Europe verloren europäische Immotitel zuletzt 7,3 Prozent, seit Jahresbeginn sogar 17 Prozent – mehr als doppelt so viel wie globale Immowerte mit minus 8,44 Prozent. Auf der Gewinnerseite standen im Juli die Schwellenländer. Die Istanbuler Börse gewann seit Jahresbeginn 44,2 Prozent. Auch Indien und China konnten sich gut behaupten. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 06.08.2007)