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Die erhöhten Getreidepreise freuen nicht jeden. Anleger reiben sich die Hände, sie profitieren von der Preis-Rally.

Foto: APA/dpa/Armin Weigel
Wien – Die gestiegenen Rohstoffpreise sorgen derzeit für Unmut, weil die erhöhten Kosten letztendlich irgendwann an die Konsumenten abgegeben werden. Das hat zur Folge, dass Getreideprodukte, wie Brot, aber auch Fleisch (weil das Tierfutter durch die gestiegenen Getreidepreise teurer wird) im Preis steigen. Auch die Preise für Milchprodukte ziehen an, vor allem weil die Nachfrage aus Asien nach Milchpulver rasant steigt.

Was sich auf das Haushaltsbudget negativ auswirkt, freut wiederum Anleger – sie profitieren von den steigenden Preisen. Dass aufgrund der bisherigen Preiserhöhungen kein Platz mehr für Gewinne mit Rohstoffen ist, davor brauchen sich Anleger nicht zu fürchten: "Die Rohstoff-Story ist aktueller als je zuvor, die Perspektiven bleiben interessant", erklärt Heike Arbter, stellvertretende Direktorin der Raiffeisen Centrobank (RCB). So würden die Biodieseldiskussion und andere Rohstoffthemen noch für Potenzial nach oben sorgen. Auch die aktuelle Krise am US-Immobilienmarkt habe die Rohstoffe bisher nicht beeinflusst. Dass auch Anleger an diesem Thema noch immer breites Interesse haben, zeige sich auch am Zeichnungsvolumen der derzeit aufgelegten Rohstoffzertifikate der RCB. Zur Zeichnung aufgelegt hat die Bank die Zertifikate "Agrar Rohstoffe", das auf Mais, Sojabohnen, Sojabohnenöl und Weizen setzt, und "Soft Commodity Winner", das den Fokus auf Mais, Soja, Weizen und Zucker richtet. Beide Zertifikate haben keine Managementgebühr, das Soft-Commodity-Winner-Papier ist mit einer Kapitalgarantie von hundert Prozent ausgestattet und auch zu hundert Prozent währungsgesichert.

Wissenslücken

"Der Zulauf ist enorm", sagt Arbter. Gekauft werden die Zertifikate von institutionellen und privaten Anlegern. Vor allem die Produkte mit Kapitalschutz kämen bei einem breiten Anlegerpublikum gut an. Genaue Zahlen wollte die Expertin für strukturierte Produkte im Gespräch mit dem Standard allerdings nicht nennen. Privatanleger würden das Rohstoffthema und damit auch Zertifikate zunehmend für ihre Portfolios entdecken. Wichtig sei jedoch, dass ein Anleger sich vor dem Kauf solch eines Zertifikats mit dessen Auszahlungsprofil genau beschäftigt und genau versteht, wann welche Ereignisse am Markt Einfluss auf das Zertifikat haben können.

Hier ortet Arbter allerdings noch einen großen Aufholbedarf bei den Privatanlegern: "Ein Großteil der Privatanleger ist über die Anlagemöglichkeiten mit Zertifikaten und strukturierten Produkten noch unterinformiert", sagt Arbter. Wer allerdings schon einmal mit Zertifikaten veranlagt habe, "bleibt dabei". (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 06.08.2007)