Linz - Rund 1.500 integrierte Flüchtlingsfamilien in Österreich seien von einer Abschiebung bedroht, teilte der Verein "Land der Menschen" mit.

Die Plattform mehrerer oberösterreichischen Bürgerinitiativen, die sich seit Monaten für ein unbefristetes Bleiberecht einsetzen, würde nun "die Kräfte noch einmal verstärken", erklärte deren Sprecherin, die oberösterreichische Landtagsabgeordnete Gertraud Jahn (SPÖ).

Flüchtlinge verstecken

"Es braucht ein Stück Druck", betonte Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion und Obfrau vom Verein "Land der Menschen", der die Arbeit der Bürgerinitiativen koordiniert. Die Betreuer der Asylanten seien zu mehr bereit, "ziviler Ungehorsam" sei nicht ausgeschlossen. Im Notfall würden die Flüchtlinge auch versteckt.

Familie steht vor Trennung

In der Pressekonferenz wurde auf das Schicksal der Familie Demirel aufmerksam gemacht, die seit sieben Jahren in Österreich lebt. Das Ehepaar musste mit seinen zwei Töchtern aus politischen Gründen aus der Türkei flüchten und betreibt in Steyr einen Kebabstand. Das ältere Mädchen will ab Herbst die Handelsakademie besuchen, das jüngere die Hauptschule. Die Familie könnte aber nun auseinander gerissen werden: Im Fall des Vaters gibt es im Gegensatz zu seinen Töchtern und der Frau aufschiebende Wirkung.

Bei Innenminister Günther Platter stoße man "immer noch auf taube Ohren", kritisierte Jahn, die auf eine positive Lösung bis zum Herbst hofft. Diese sei aber "dringend notwendig", da bei den meisten Familien die Arbeitserlaubnis bis Ende des Jahres auslaufe. Jahn ortet einen breiten Konsens für eine Änderung im Fremdenrecht: In Ober- und Niederösterreich, Salzburg, der Steiermark, Burgenland und Wien seien in den Landtagen entsprechende Resolutionen verabschiedet worden, sie verwies zudem auf mehrere Petitionen an die zuständigen Politiker. (APA)