Innerhalb der Regierung ist die Diskussion zur Gleichstellung der homosexuellen Paare nach anfänglichem Hick-Hack eingeschlafen. Zwar erarbeiten angeblich sechs Arbeitsgruppen - drei im Familien- und drei im Justizministerium - Reformvorschläge für die Familienpolitik und damit auch für die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, von Zwischenergebnissen oder -berichten ist aber weit und breit nichts zu hören oder zu sehen.

So euphorisch Andrea Kdolskys Ankündigung "Ich werde die Gleichstellung homosexueller Paare durchbringen" zu Beginn ihrer Tätigkeit als Familienministerin auch klang, die einzigen, die wirklich an der Umsetzung tüfteln, sind Interessensvertreter und seit neuestem offenbar auch die Rechtsanwälte.

Sicher sind Teile des Rechtsanwälte-Konzepts streitbar (etwa der konservative Ansatz, dass die Ehe nur eine Lebensbeziehung zwischen Frau und Mann sein kann, oder, dass Homosexuelle keine Kinder adoptieren dürfen), aber es stellt eine gute Grundlage dar. Es ist ein "wertvoller Diskussionsbeitrag", wie es SPÖ-Verfassungssprecher Peter Wittmann formulierte.

Die Rechtsanwälte präsentierten ihre Ergebnisse im Rahmen einer Pressekonferenz, mitten im oft zitierten Sommerloch. Den Termin im August habe man gewählt, weil "die Leute da Zeit haben, um hinzuhören", so der Präsident des österreichischen Rechtsanwaltskammertages. Eine sehr kluge Wahl, denn damit ist das Thema auf der politischen Agenda - also auf der To-do List der PolitikerInnen - wieder weiter nach oben gerutscht und sie wurden indirekt aufgefordert, Lösungen zu präsentieren. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 9.8.2007)