Bregenz - Die insolvente Bettfedernfabrik Kauffmann GmbH & Co wird am Standort in Hörbranz (Bezirk Bregenz) weitergeführt. Wie viele der 90 Mitarbeiter von der neu gegründeten Auffanggesellschaft "Sleep Well Kauffmann GmbH" unter der Geschäftsführung von Mario Hoen übernommen werden können, ist weiter unklar. Erste Gespräche mit den Beschäftigten sollen laut Hoen am Donnerstag stattfinden.

Einigung

Die Kauffmann-Liegenschaft wird nach der am Dienstag erzielten Einigung durch die Hypo-Landesbank Vorarlberg angekauft, die dafür laut einem Bericht in den "Vorarlberger Nachrichten" 6,2 Mio. Euro geboten hat, und an die Auffanggesellschaft geleast. Diese gehört zu 50 Prozent der Grosso GmbH von Investor und Huber-Vorstandschef Erhard Grossnigg, die restlichen Anteile gehören dem Wiener Taschenhersteller Schneiders Vienna GmbH und der Wiener Daunen-Handelsfirma Gans GmbH. Bei beiden Unternehmen ist Hoen geschäftsführender Gesellschafter.

Für Angaben über Pläne und die Zukunft der Bettfedernfabrik sei es noch zu früh, man wolle sich vor Ort erst orientieren, erklärte Hoen. In erster Linie gelte es, zunächst die "Verlustbringer" festzustellen und auszuschalten. Dazu müsste das Unternehmen aber nicht komplett umstrukturiert werden. Dennoch zähle am Ende des Tages der wirtschaftliche Erfolg, sonst könnten auch die Arbeitsplätze auf lange Sicht nicht gesichert werden, so der Geschäftsführer.

Konkurs Mitte Juli

Die Bettfedernfabrik Kauffmann hatte Mitte Juli Konkurs angemeldet, nachdem Verhandlungen mit Kreditgebern gescheitert waren. Mehrere Unternehmen zeigten Interesse, Kauffmann weiterzuführen. Am Montag hatte dann die Hypo-Landesbank laut Berichten in den Vorarlberger Medien ein Angebot gestellt, das alle bisherigen übertraf; es galt allerdings nur für die Immobilie. Das Vorgehen der Bank sorgte für Unruhe unter den Beschäftigten der Fabrik, die befürchteten, dass ihre Arbeitsplätze verloren gehen könnten.

Die Sitzung des Gläubigerausschusses am Montagabend am Landesgericht Feldkirch war zunächst vertagt worden. In einer erneuten Zusammenkunft am Dienstagvormittag konnte dann gemeinsam mit Masseverwalter Lukas Pfefferkorn eine Lösung erzielt werden. (APA)