Thomas Kirschner

In Österreich weht nicht genug Wind, als dass Windkraftanlagen lohnend wären.

Vor 20 Jahren war dieser Irrglaube unter Meteorolog:innen weit verbreitet. Von Pionier:innen aufgestellte Windmessmasten bewiesen dann allerdings rasch das Gegenteil. Auch wenn in Bodennähe wenig Wind weht, ist die Windstärke weiter oben deutlich höher. Moderne Anlagen nutzen die Windkraft in einer Nabenhöhe (Höhe des Rotors) ab etwa 100 Meter. Dadurch wird die Windlinderung durch Hügel und Wälder gemindert. Der Windertrag nimmt pro Meter Höhe um etwa 1 % zu.

In Tirol, Vorarlberg und Salzburg sind die Berge für Windenergie zu hoch.

Wind weht auch in Westösterreich genug. In diesen drei Bundesländern steht allein wegen mangelndem politischen Willen der Landesregierungen kein einziges Windrad. Auf welchen Flächen Windkraftanlagen gebaut werden dürfen, entscheiden die Bundesländer. Manche haben dafür eine Zonierung erstellt, jedoch nicht alle. Mehr Flächen müssen ausgewiesen und Verfahren verkürzt werden.

Thomas Kirschner

Windkraftanlagen verschandeln die Landschaft.

Lediglich 2 % der Landesfläche sind nötig, damit die Windkraft ihren erforderlichen Beitrag zur Stromversorgung in Österreich leisten kann. Diese Fläche kann auch – weiterhin – landwirtschaftlich genutzt werden. Außerdem müssen nicht nur neue Windkraftanlagen gebaut werden. Auch Repowering, also das Ersetzen von vorhandenen Windrädern durch moderne, deutlich effizientere Anlagen, ist eine sinnvolle Strategie. Schlussendlich können wir uns alle fragen, ob Windräder so viel unansehnlicher sind als ein Atomkraftwerk oder Kohleabbau.

Windräder als Vogelkiller

Vorweg: Die größte Gefahr für die Artenvielfalt ist die Klimakrise. Langfristig gesehen sind beispielsweise Kohlekraftwerke deutlich schädlicher für Vögel als Windräder. Aber auch was aktuelle, unmittelbare Auswirkungen angeht, sprechen die Zahlen für sich: In Österreich sterben durchschnittlich 7 Vögel und 5 Fledermäuse pro Jahr und Windrad. Eine einzelne Hauskatze tötet weitaus mehr Vögel im Jahr. Die meisten Vögel sterben durch Fensterscheiben - 1.150-mal mehr als bei Windrädern. Strenge Prüfungen beim Windrad-Aufstellen sowie Ausgleichsmaßnahmen, wie die Schaffung neuer Lebensräume, stellen eine Minimierung der Gefahr für Tiere sicher.

Thomas Kirschner

Österreich kann nicht stromautark werden.

Komplett stromautark zu sein würde bedeuten, Stromleitungen an Ländergrenzen zu kappen und damit jeglichen Stromexport oder -import zu verhindern. Strom ist aber ständig in Bewegung – auch über Staatsgrenzen hinweg. Erstrebenswert ist stattdessen eine bilanzielle Autarkie. Diese ist mit der richtigen Balance von sich ergänzenden sauberen Energiequellen wie Wind, Sonne und Wasser und den entsprechenden Speicherkapazitäten durchaus möglich.

Der oekostrom AG-Windpark: Repowering-Video bietet eindrucksvolle Einblicke in das bisher größte Projekt in der Unternehmensgeschichte.
oekostrom AG