Weniger Denksportaufgaben, mehr klare Anweisungen.
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Lassen Sie mich Folgendes schildern: Es geht im Zusammenleben fast immer und überall um die Null und die Eins, nämlich um "darf" oder "darf nicht". Vor allem im Straßenverkehr. Allerdings: In den Gesetzen, Vorschriften und Beschilderungen ist alles viel komplizierter. Da gibt es zwar eine gewisse Logik, sie ist aber zuweilen bis zur Unkenntlichkeit ums Eck gedacht.

Das könnte auch ein Grund dafür sein, warum Österreich eines der letzten Länder der Welt sein wird, in denen sich vollautomatische Autos zurechtfinden, denn mit der verqueren Logik unserer Beschilderungen tut sich sogar die künstliche Intelligenz schwer.

Eindeutige Ansagen

Bei uns sagen viele Verkehrsschilder nicht, was zu tun ist, sondern nur, was nicht zu tun ist. Berühmtestes Beispiel "Ende der erlaubten Höchstgeschwindigkeit". Ab dort kann es sein, dass man nicht schneller fahren darf, sondern langsamer fahren muss. Nämlich, wenn man sich im Ortsgebiet befindet. Umgekehrt ist es auch so, dass eine Ortstafel nicht automatisch bedeutet, dass man nur noch 50 km/h fahren darf, nämlich dann, wenn vorher eine 70er-Tafel steht.

Natürlich lernt man das eh in der Fahrschule. Aber warum werden wir ständig zu Denksportaufgaben gezwungen? Warum muss ich dauernd raten, wo ich gerade bin? Warum kann nicht einfach auf den Tafeln stehen, was Sache ist, so wie in vielen anderen Ländern der Welt? Heute, wo alles zersiedelt ist, wären eindeutige Ansagen auf Verkehrsschildern hilfreich. Sie werden aber erst kommen, wenn die Automatisierung des Autofahrens Klarheit in der Beschilderung einfordert. (Rudolf Skarics, 3.7.2023)