Semmering
Verena Altenberger nimmt sich Zeit für Literatur.
APA/EVA MANHART

Wien – Während das Südbahnhotel, wo Florian Krumpöck einst seinen Kultursommer veranstaltet hat, heuer auf Paulus Mankers Alma setzt, präsentiert der Pianist und Dirigent, der dort ausziehen musste, im Grand Hotel Panhans Vielfalt. Es gibt an die 80 Vorstellungen (bis 3. 9.), dort, wo Stefan Zweig, Arthur Schnitzler und Franz Werfel einst urlaubten.

"Klaus Maria Brandauer hat eine Trilogie zum Thema ,Religion‘ für uns entworfen, Verena Altenberger liest Zweigs Brief einer Unbekannten, Stefanie Reinsperger liest Horváth, und Caroline Peters hat eine eigens geschriebene Uraufführung von Sibylle Luig, die am Semmering spielt, mit im Gepäck", zählt Krumpöck auf.

Im Musikbereich? Günther Groissböck reist erstmals mit seinem neuen Liedprogramm Männerliebe und -lebenan, bei dem Krumpöck am Klavier begleitet. Zudem wird Meistertrompeter und Humorist Thomas Gansch mit Band die 1950er- und 1960er-Jahre in Hinblick auf Schlager durchforsten.

Erfüllt, erschöpft

Man staunt nur, dass die Künstlerschaft den Sommer nicht nutzt, um einfach nichts zu tun ... "Ich kann da nur meinen Mentor Daniel Barenboim zitieren: ,Wäre das, was ich mache, für mich Arbeit, wäre schon die Hälfte des Pensums zu viel.‘ Künstler und Künstlerinnen haben das Privileg, sich stets mit dem Inneren, mit dem Existenziellen, mit dem Seelischen beschäftigen zu dürfen. Das ermüdet, führt oft zur Erschöpfung, aber es erfüllt. Vielleicht erfüllt es manche mehr, als wochenlang am Strand zu liegen."Das Verhältnis zum Südbahnhotel, wo Paulus Manker Alma zeigt?

Nimmt man einander etwas weg? "Ich sehe die Produktion als Gewinn für die Region. Das nimmt nichts weg, sondern ergänzt, auch aufgrund der Tatsache, dass wir ja keine Theaterproduktionen anbieten." (Ljubisa Tosic, 2.7.2023)