Kiew/Moskau – Am Donnerstag ist es einen Monat her, dass der ukrainische Kachowka-Staudamm zerstört wurde. Weit länger dürfte es nach Angaben des ukrainischen Umweltministers Ruslan Strilez freilich dauern, bis die Ökosysteme, die durch die Sprengung überschwemmt wurden, wieder intakt sind. "Laut unseren Berechnungen wird es mindestens zehn Jahre dauern, um die wertvollen Gebiete, die die Natur über Hunderte von Jahren geformt hat, wiederherzustellen", sagte Strilez am Mittwoch.

Allerdings sei eine Rückkehr in das Stadium vor der Explosion, nach der weite Teile der Südukraine überschwemmt wurden, laut Strilez auch in dieser Zeit nicht möglich. Wenn er von Wiederherstellung spreche, meine er lediglich die "biologische Vielfalt und die natürlichen Ökosysteme". Die Vegetation werde nicht mehr dieselbe sein wie zuvor, fügte der Minister an. Fachleute aus 20 Ländern arbeiten an einer Wiederherstellung der betroffenen Gebiete.

Belgorod und Kursk beschossen

Der Krieg in der Ukraine geht indes weiter, auch in den angrenzenden, zu Russland gehörenden Gebieten: Die Regionen Kursk und Belgorod sind nach Angaben ihrer Gouverneure am Mittwochmorgen von ukrainischen Streitkräften beschossen worden. Opfer habe es aber keine gegeben. "Die Stadt Walujki steht unter Beschuss der ukrainischen Streitkräfte", schrieb der Gouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, auf Telegram.

Ob es sich um Raketen- oder Artilleriebeschuss oder eine andere Form des Angriffs handelte, ließ er offen. "Das Luftverteidigungssystem hat funktioniert, aber am Boden gibt es Zerstörung." Der Gouverneur der nördlich von Belgorod gelegenen Region Kursk, Roman Starowojt, teilte mit, im Dorf Tjotkino sei ein Feuer ausgebrochen. Eine Schule und ein Privathaus seien beschädigt worden.

Kämpfe bei Bachmut

Nach Angaben der stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsministerin, Hanna Maljar, stoßen Kiews Streitkräfte in den Gebieten außerhalb von Bachmut auf heftigen russischen Widerstand: "Im Norden, um ehrlich zu sein, gibt es schwere Kämpfe und bisher keinen Vorstoß", sagte Maljar im staatlichen Fernsehen. Die Russen verstärkten ihre Truppen im Süden und im Osten und seien weiter nördlich in der Nähe von Lyman und Swatowe auf dem Vormarsch.

Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete am Mittwoch, die russische Armee habe bei Bachmut drei ukrainische Einheiten "zerstört", Kiew hat dies bisher aber nicht bestätigt. (flon, 5.7.2023)