Betende Frauen mit gesenkten Köpfen
Sudanesische Frauen und Mädchen bei einem Gebet zum muslimischen Opferfest in Khartum.
REUTERS/STRINGER/Ibrahim Mohammed Ishak

Khartum – Infolge der anhaltenden Gefechte im Sudan warnt die Hilfsorganisation Save the Children vor der Ausbreitung sexueller Gewalt gegen junge Mädchen. In einer Mitteilung am Freitag hieß es, dass insbesondere Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren Opfer bewaffneter Kämpfer würden.

Bisher seien zwar nur 88 Vergewaltigungsfälle verifiziert worden, nach Schätzungen einer sudanesischen Regierungsorganisation, die sich gegen Gewalt an Frauen einsetzt, werden jedoch lediglich zwei Prozent der Gesamtfälle erfasst. Entsprechend dürfte die tatsächliche Zahl sexueller Übergriffe allein in den vergangenen knapp drei Monaten seit Ausbruch des Konflikts bei tausenden Fällen liegen.

Machtkampf seit Mitte April

Seit Mitte April wird im Sudan ein lange schwelender Machtkampf zwischen dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten gewaltsam ausgetragen. Die Armee kämpft gegen die RSF-Miliz des ehemaligen Vizepräsidenten Mohammed Hamdan Daglo. Neben der Hauptstadt Khartum ist insbesondere die seit Jahrzehnten von ethnischen Konflikten zerrüttete Region Darfur im Westen des Landes von Kampfhandlungen betroffen. Al-Burhan und Daglo hatten 2019 noch gemeinsam die Langzeitherrschaft von Diktator Omar al-Bashir beendet. Den versprochenen Übergang zur Demokratie zögerten beide allerdings hinaus. (APA, 7.7.2023)